Ministerin Steffens: Weg zu einer menschliche­ren Psychiatrie gemeinsam weitergehen - große Fortschritte bei der psychiatrischen Versorgung erreicht

Das Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter teilt mit:

Anknüpfend an das Motto „Der Mensch im Mittelpunkt - Fortschritte in der psychiatrischen Versorgung“ eines Werkstattgesprächs von Exper­tinnen und Experten der psychiatrischen Versorgung in der Universitäts­klinik des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) in Bochum stellte Gesundheitsministerin Barbara Steffens fest:

„Trotz der großen Fortschritte bei der psychiatrischen Versorgung dür­fen wir nicht nachlassen, psychisch Kranke im Alltag, im Arbeitsleben, in der Nachbarschaft zu unterstützen und zu integrieren sowie ihr Selbst­bestimmungsrecht zu achten und zu stärken. Dies muss die Richtschnur unseres Handels sein. Die Einbindung der Betroffenenverbände ist da­bei unverzichtbar.“

Psychisch Kranke bestmöglich und ihren Bedürfnissen entsprechend zu versorgen, ihre freie Willensbildung und ihre Menschenwürde zu achten - dazu verpflichtet auch die Behindertenrechtskonvention der Vereinten Nationen. Diese müsse zeitnah umgesetzt werden, so die Ministerin.

„Der 1975 von der Psychiatrie-Enquete angestoßene Reformprozess von der anstaltszentrierten verwahrenden zur gemeindenahem perso­nenzentrierten Psychiatrie muss konsequent fortgeführt werden“, sagte die Ministerin und lud die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Werk­stattgesprächs ein, den Weg zu einer menschlicheren Psychiatrie ge­meinsam weiterzugehen.

Dass jährlich etwa 21.000 psychisch kranke Menschen (zehn Prozent aller Einweisungen) in Nordrhein-Westfalen zwangsweise in psychiatri­sche Kliniken oder Fachabteilungen eingewiesen werden, dürfe nicht als Normalität hingenommen werden.

„Durch ein enges psychosoziales Hilfsnetz können krisenhafte Entwick­lungen frühzeitig erkannt und passgenaue Hilfen angeboten werden. Die menschliche Zuwendung muss stets Vorrang vor Zwangsmaßnahmen haben", sagte Steffens. Daher werde das Land eine noch bessere Ver­netzung der differenzierten Angebote der ambulanten, teilstationären und vollstationären Hilfen nach Kräften unterstützen.

Zur Hintergrundinformation: An dem Werkstattgespräch nehmen Exper­tinnen und Experten aus allen an der psychiatrischen Versorgung betei­ligten Handlungsbereichen (Politik, Ärzteschaft, Gesundheitsämter, komplementäre Einrichtungen, Betroffenenverbände und Kliniken) teil.

Bei Nachfragen wenden Sie sich bitte an die Pressestelle des Ministeriums für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter, Telefon 0211 8618-4246.


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