Ministerin Schäfer: Wir brauchen starke Netzwerke für einen guten Kinderschutz

Das Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport teilt mit:

Kinder- und Jugendministerin Ute Schäfer hat in Dortmund zu einer en­geren Zusammenarbeit im Bereich des Kinderschutzes aufgerufen. „Wir brauchen für einen wirksamen Kinderschutz ein professionelles Netz an Fachkräften, niederschwellige Angebote und eine intensive Zusammen­arbeit zwischen den Akteurinnen und Akteuren“, sagte Schäfer zur Er­öffnung des Fachkongresses „Qualitätsentwicklung im Kinderschutz – Herausforderungen des Bundeskinderschutzgesetzes“ in Dortmund.

Der vom Institut für soziale Arbeit e.V. veranstaltete Kongress bot Vertreterinnen und Vertretern aus der Praxis, der Wissenschaft und der Politik einen Rahmen und wichtige Impulse für den interdisziplinären Austausch über aktuelle Entwicklungen im Bereich des Kinderschutzes. Zentral ging es dabei um die Frage, wie Kinder durch frühe Hilfen bes­ser vor Vernachlässigung und Misshandlung bewahrt werden können. „Es muss uns gelingen, die Jüngsten und Schwächsten unserer Gesell­schaft besser zu schützen, manchmal leider auch vor ihren eigenen El­tern", erklärte Schäfer.

Auf dem Fachkongress diskutierten rund 300 Fachleute aus Politik und Praxis, aus der öffentlichen und freien Jugendhilfe sowie aus Schule, Gesundheitswesen und Justiz über das Verhältnis von Prävention und Intervention, die Verbesserung von Organisationsformen und Fachkon­zepten und personelle und finanzielle Ressourcen. Der Kongress diente insbesondere auch dazu, innovative Maßnahmen und Initiativen im Hin­blick auf die Umsetzung des neuen Bundeskinderschutzgesetzes zu erörtern. Es sollten so weitere Schritte angeregt werden, um die Fach­praxis in Nordrhein-Westfalen bei der Umsetzung und der fachlichen Weiterentwicklung des Kinderschutzes und der Frühen Hilfen zu unter­stützen.

„Wir müssen gemeinsam versuchen, einzelne Maßnahmen und Struktu­ren besser zu verzahnen. Das gilt für alle Handlungsebenen gleicher­maßen: Ob Bund, Länder oder Kommunen. Wir alle müssen dazu bei­tragen, Ressortschranken zu überwinden und über den sprichwörtlichen Tellerrand zu schauen. Zum Wohl unserer Kinder“, so die Ministerin.

Das neue Bundeskinderschutzgesetz gehe vom Prinzip in die richtige Richtung. Denn neben der Intervention komme die Prävention als zweite Säule hinzu. Die Landesregierung sei davon überzeugt: Prävention sei der richtige Weg. „Wir sind fest entschlossen, weiter in Prävention zu investieren – in enger Zusammenarbeit mit den Kommunen und freien Trägern“, sagte Schäfer.

Das Land Nordrhein-Westfalen habe vehement und erfolgreich darauf gepocht, dass der Bund sich beim Kinderschutz nicht aus seiner finan­ziellen Verantwortung stehlen dürfe. „Dabei haben wir deutlich gemacht: Kinderschutz gibt es nicht zum Nulltarif“, erklärte Schäfer. Es dürfe nicht sein, dass notleidende Kommunen mit ihren knappen Ressourcen beim Kinderschutz vom Bund allein gelassen werden. Der Bund stelle jetzt für die Unterstützung junger Familien in schwierigen Lebenslagen – unter anderem durch die Bundesinitiative „Netzwerk Frühe Hilfen/Familien­hebammen“ – für 2012 rund 30 Millionen und für 2013 rund 45 Millionen Euro zur Verfügung, ab 2014 dann dauerhaft 51 Millionen. „Wichtiges Ziel der Landesregierung ist es, die Kommunen in Nordrhein-Westfalen beim Kinderschutz zu unterstützen“, sagte die Ministerin.

Bei Nachfragen wenden Sie sich bitte an die Pressestelle des Ministeriums für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport, Telefon 0211 837-2417.


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