Minister Schneider: Wir nutzen die Potentiale im eigenen Land zur Fachkräftesicherung / Fachkräfteinitiative des Landes nimmt Fahrt auf

Das Ministerium für Arbeit, Integration und Soziales teilt mit:

Die landesweite Initiative zur Fachkräftesicherung geht in eine neue Runde. Mit bisher nicht ausgeschöpften Potentialen in den Regionen des Landes will Arbeitsminister Guntram Schneider den Fachkräftebedarf in Nordrhein-Westfalen sichern. Entsprechende beispielhafte Projekte stellte der Minister in Düsseldorf vor. „Wir setzen vor Ort Schritt für Schritt unser Ziel um, die im eigenen Land vorhandenen Potentiale endlich zu nutzen“, sagte Schneider.

Weil der Bedarf regional und branchenspezifisch unterschiedlich sei, treffe das Land mit seinen Partnern vor Ort regionale Verabredungen. Mit Erfolg: „Alle 16 Arbeitsmarktregionen des Landes beteiligen sich an der Initiative, damit sind wir auf einem guten Weg“, betonte Schneider. Von 35 bisher eingegangenen Projektvorschlägen werden zunächst acht zur Förderung vorgeschlagen. Beispielhaft stellte der Minister gemeinsam mit Vertretern aus der Region konkrete Pläne zur Fachkräftesicherung vor:

• Mit dem Projekt „Second Service“ will der von 35 Unternehmen getragene Verein BANG e.V. in Gütersloh verhindern, dass junge Studienabbrecher in ein berufliches Loch fallen. Bis zu 50 Abbrechern der Fachhochschule Bielefeld soll eine verkürzte – aber vollwertige – berufliche Ausbildung in Betrieben des Maschinenbaus oder der Metallverarbeitung angeboten werden.

•  Rund 100 Schülerinnen und Schüler aus Haupt- und Förderschulen in Brilon erhalten bei den „Briloner Werkstatt-Tagen“ frühzeitig und regelmäßig Einblick in das Berufsleben. Diese Berufsorientierung soll verhindern, eine falsche Berufsauswahl zu treffen und Ausbildungen womöglich abzubrechen.

•  Bei dem Projekt „KarrierePfad“ können ungelernte Beschäftigte in der Märkischen Region einen Berufsabschluss nachholen. In einem modularisierten Lehrgangssystem soll mindestens 30 Beschäftigten der Abschluss zum Maschinen- und Anlagenführer ermöglicht werden. Das Konzept soll später auch auf Berufe im Metall- und Elektrobereich übertragen werden.

Zu weiteren Potentialen gehören Jugendliche in Warteschleifen und hier lebende Migrantinnen und Migranten, die unter ihren Möglichkeiten beschäftigt sind. Ältere Beschäftigte mit ihrer Erfahrung oder Frauen, für die Konzepte zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf fehlen, zählen auch dazu. Weitere Potentiale sind ausländische Studierende an deutschen Hochschulen und Fachkräfte, deren Abschlüsse aus dem Ausland nicht anerkannt werden. Minister Schneider forderte die regionalen Partner der Fachkräfteinitiative auf, weitere Vorhaben und Projekte zur Hebung dieser Potentiale zu entwickeln.

Mit dem Startschuss für die ersten Projekte beginnt die praktische Umsetzung der Initiative. Weitere Bewerbungsrunden stehen bevor. Die nächsten Stichtage sind der 31. Januar 2012 und der 31. März 2012.

Im Oktober war die Landesinitiative zur Fachkräftesicherung gemeinsam mit Arbeitgebern, Hochschulen, Kammern, Arbeitsverwaltungen und Arbeitnehmervertretungen gestartet worden, um die bis 2020 drohende Lücke von 630.000 Fachkräften in Nordrhein-Westfalen zu schließen. Für die Umsetzung der Initiative stehen bis zu 50 Millionen Euro bis 2015 bereit.

Vorgesehene Projekte (PDF, 20 KB)

Bei Nachfragen wenden Sie sich bitte an die Pressestelle des Ministeriums für Arbeit, Integration und Soziales, Telefon 0211 855-3118.


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