Kabinett 15.07.2010 visual mit Blumen

Stärkungspakt Stadtfinanzen / Konsens hilft Kommunen aus der Schuldenfalle


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Minister Ralf Jäger. Foto: Ministerium für Inneres und Kommunales.

Kommunalminister Ralf Jäger begrüßt die politische Zustimmung der Landtagsfraktionen von SPD, Bündnis 90/Die Grünen und FDP für den Stärkungspakt Stadtfinanzen. Das Land greift überschuldeten Städten und Gemeinden mit Finanzspritzen unter die Arme. Sie sollen handlungsfähig bleiben und ihre Haushalte konsolidieren können. Hierfür sollen bis zum Jahr 2020 insgesamt 5,85 Milliarden Euro aufgebracht werden. Im Gegenzug müssen die Städte und Gemeinden einen klaren Sparkurs einschlagen und ihre überschuldeten Haushalte sanieren. "Die Sanierung der Haushalte ist machbar. Die rot-grüne Regierung ist ein verlässlicher Partner der Kommunen. Dies wird ein gemeinsamer Kraftakt, aber er lohnt sich", sagt Kommunalminister Ralf Jäger.

Das Konzept des Stärkungspaktes Kommunalfinanzen basiert wesentlich auf wissenschaftlichen Ergebnissen. So werden 80 Prozent des Geldes auf der Grundlage einer finanzwissenschaftlichen Berechnung der Professoren Dr. Martin Junkernheinrich und Dr. Thomas Lenk verteilt, die im Februar 2011 ihr Gutachten "Haushaltsausgleich und Schuldenabbau" vorgelegt hatten.


Hilfspaket für überschuldete Städte und Gemeinden ist geschnürt

Das Stärkungspaktgesetz der Landesregierung ist vom Landtag be­schlossen worden. Für notleidende Städte und Gemeinden steht damit fest, dass sie in den kommenden zehn Jahren mit finanzieller Hilfe des Landes bei der Sanierung ihrer Haushalte rechnen können. "Heute ist ein guter Tag für die NRW-Kommunen. Gemeinsam schlagen wir einen klaren Kurs ein mit dem Ziel, die kommunale Selbstverwaltung zu stärken", betonte Kommunalminister Jäger in Düsseldorf.

Das Land hilft überschuldeten und von Überschuldung bedrohten Städten und Gemeinden mit Finanzspritzen. Hierfür werden bis zum Jahr 2020 insgesamt 5,85 Milliarden Euro aufgebracht. Im Gegenzug müssen die Städte und Gemeinden ihre Haushalte bis zum Jahr 2020 sanieren. "Der  Haushaltsausgleich ist machbar. Es wird ein gemein­samer Kraftakt, aber er lohnt sich", sagte Jäger in einer Videobotschaft auf der Internet-Plattform www.nrw.de.

34 Städte und Gemeinden, die bereits überschuldet sind oder bis 2013 überschuldet sein werden, erhalten noch im Dezember ihre ersten Zahlungen. Bis zum 30. Juni 2012 müssen sie einen Haushalts­sanierungsplan erstellen, der aufzeigt, wie der Haushaltsausgleich mit Hilfe des Landes spätestens bis zum Jahr 2016 erreicht wird. In dieser ersten Phase zahlt das Land eine Konsolidierungshilfe. Spätestens im Jahr 2021 muss der Haushaltsausgleich ohne die Konsolidierungshilfe des Landes erzielt sein. In dieser zweiten Phase werden die Landes­mittel schrittweise reduziert. "Für Kommunen in dieser schwierigen Haushaltssituation ist die Teilnahme zwingend. Im Interesse aller Kommunen darf uns keine einzige Gemeinde aus dem Boot kippen", erläuterte der Kommunalminister.

Gemeinden, denen eine Überschuldung bis zum Jahr 2016 droht, können ihre Teilnahme an der zweiten Stufe des Stärkungspakts bis zum 31. März 2012 beantragen. Ihre Haushaltssanierungspläne müssen bis zum 30. September 2012 fertig sein. Darin muss der Haushalts­ausgleich mit Konsolidierungshilfe des Landes bis zum Jahr 2018 dargestellt sein. Auch bei ihnen muss spätestens im Jahr 2021 der Haushaltsausgleich ohne die Konsolidierungshilfe des Landes erreicht werden.

Ab Ende 2013 sollen die Ergebnisse des Stärkungspakts überprüft wer­den. "Dabei werden wir entscheiden, ob es eine dritte Stufe mit weiteren teilnehmenden Städten und Gemeinden gibt", erläuterte Jäger.

Die Landesregierung sorgt mit einem breit angelegten Aktionsplan dafür, dass die Kommunen ihre Finanzen konsolidieren können. Hierfür stellte sie bislang rund eine Milliarde Euro bereit. Kommunalminister Jäger: "Wir erwarten vom Bund, dass er auch seine Verantwortung für die Kommunen stärker wahrnimmt. Er muss die Kommunen beim enormen Anstieg der Soziallasten, insbesondere bei der Einglie­derungshilfe für behinderte Menschen, finanziell unterstützen."
 

Stärkungspakt

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