Informationen zum Deutschlandfest und NRW-Tag 2011
Programmhöhepunkte am 1. Oktober
16 Uhr
Bundesratspräsidentin und Ministerpräsidentin Hannelore Kraft eröffnet gemeinsam mit dem Bonner Oberbürgermeister Jürgen Nimptsch auf der WDR Bühne am Markt das Deutschlandfest.
16.30 Uhr
Bundesratspräsidentin und Ministerpräsidentin Hannelore Kraft trägt sich im Rathaus in das Goldene Buch der Stadt Bonn ein. Danach beginnt im Ratssaal eine auswärtige Sitzung des Landeskabinetts.
20 Uhr
Das erste große Programmhighlight startet auf dem Münsterplatz. Rene le Riche und Sandra Quellmann moderieren einen bunten mit prominenten Künstlern aus Nordrhein-Westfalen
Programmhöhepunkte am 2. Oktober
10.30 Uhr
Auf dem Kaiserplatz besuchen Ministerpräsidentin Hannelore Kraft, die stellvertretende Ministerpräsidentin Sylvia Löhrmann und Oberbürgermeister Jürgen Nimptsch die Präsentation von RheinEnergie. Es werden Menschen geehrt, die sich um das Thema Integration verdient gemacht haben.
11 Uhr
Bundesratspräsidentin und Ministerpräsidentin Hannelore Kraft besucht mit Oberbürgermeister Jürgen Nimptsch die Präsentation der NRW-Landesregierung im Hofgarten. NRW Landespräsentation
16 Uhr
Gemeinsam mit Bonns Oberbürgermeister besucht die Ministerpräsidentin am Rheinufer die Ehrenamtsmeile
19 Uhr
Empfang der Bürgerdelegationen aus allen Bundesländern im Haus der Geschichte. Gleichzeitig begrüßt Ministerpräsidenten Hannelore Kraft ausgewählte Teilnehmer am Internet-Dialogforum der Landesregierung.
Programmhöhepunkte am 3. Oktober
10 Uhr
Ökumenischer Gottesdienst zum Tag der Deutschen Einheit in der Kreuzkirche. Der Gottesdienst wird von der ARD live übertragen.
12 Uhr
Im World Conference Center Bonn (alter Bundestag) findet der Festakt zum Tag der Deutschen Einheit mit dem Empfang des Bundespräsidenten statt. Das ZDF überträgt live.
15 Uhr
Unter dem Motto "Freu dich, Deutschland" zieht die große Festparade von der Innenstadt über den Markt, durch das Koblenzer Tor, um den Hofgarten zum Münsterplatz. Der WDR überträgt live.
16.30 Uhr
Bundesratspräsidentin und Ministerpräsidentin Hannelore Kraft trifft beim Bundesrat im Hofgarten Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer. Im November übernimmt Bayern turnusmäßig die Bundesratspräsidentschaft.
Reden beim Festakt im WCC
Lesen Sie hier die Rede der Präsidentin des Bundesrates und Ministerpräsidentin Hannelore Kraft im Wortlaut. Die Rede vom Präsidenten des Bundesverfassungsgerichts Prof. Dr. Andreas Voßkuhle finden Sie hier (PDF, 51 KB).
Ansprache der Präsidentin des Bundesrates und Ministerpräsidentin des Landes Nordrhein-Westfalen, Hannelore Kraft, beim Festakt zum Tag der Deutschen Einheit am 3. Oktober 2011 in Bonn
Herr Bundespräsident,
sehr geehrter Herr Präsident des Deutschen Bundestages,
sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin,
verehrter Herr Präsident des Bundesverfassungsgerichts,
Eminenzen,
Exzellenzen,
sehr geehrte Vertreter der Bundesregierung und der Parlamente,
liebe Kolleginnen und Kollegen aus den Ländern
und nicht zuletzt, liebe Mitglieder der Bürgerdelegationen,
meine Damen und Herren!
Ich begrüße Sie herzlich in Nordrhein-Westfalen.
Wir sind stolz darauf, den Tag der Deutschen Einheit gemeinsam in unserem Land zu feiern, an einem besonders geschichtsträchtigen Ort: in der Bundesstadt Bonn. Hier, am Rhein, lebten bereits vor 2000 Jahren Menschen in einer befestigten Römerstadt. Hier erblickte Ludwig van Beethoven das Licht der Welt. Aber hier in Bonn nahm vor allem die zweite Demokratie auf deutschem Boden ihren Anfang: 50 Jahre lang ist die Bundesrepublik von Bonn aus regiert worden und auch deshalb ist Bonn bis heute Sitz zahlreicher Ministerien und Institutionen des Bundes.
Ich begrüße und danke Herrn Oberbürgermeister Nimptsch sehr herzlich dafür, dass wir in dieser besonderen Stadt zu Gast sein dürfen. Wir fühlen uns sehr wohl hier in der Bundesstadt Bonn. Die Bonnerinnen und Bonner sind exzellente Gastgeber, mit viel Humor, Offenheit und vor allem Gelassenheit – eine ganz besondere Mischung, die typisch für Bonn, aber auch für die anderen Regionen in Nordrhein-Westfalen ist.
Den Tag der Deutschen Einheit haben wir bereits 1995 hier in Nordrhein-Westfalen gefeiert. Der damalige Bundesratspräsident und Ministerpräsident unseres Landes, Johannes Rau, hat vor 16 Jahren in Düsseldorf sehr bewegend an die wechselhafte deutsche Geschichte erinnert, die auch viele schreckliche Tage hatte. Der 3. Oktober sei ein "glücklicher Tag", denn er zeige, so Johannes Rau, "dass auch uns Deutschen Geschichte gelingen kann".
Besser lässt es sich nicht ausdrücken. Der 3. Oktober war ein Sieg der Demokratie über die Diktatur, eben "gelingende Geschichte". Wir werden nicht vergessen, dass die demokratische Bürgerrechtsbewegung in der damaligen DDR die Verhältnisse dort ins Wanken gebracht hatte. Der Freiheitswille der Menschen hatte gesiegt und die Mauer der Unfreiheit buchstäblich niedergerissen.
Der 3. Oktober ist darum der Tag, um uns die Freude in Erinnerung zu rufen, die damals ein ganzes Volk erfasst hatte: Freude und Triumph über das überfällige Ende einer unmenschlichen Grenze, über das Ende einer beklemmenden Diktatur, über die Wiedervereinigung Deutschlands.
Die Erinnerung kann und darf 21 Jahre später nicht zu einer Routine werden. Wir müssen sie lebendig halten. Diese Verpflichtung zur Erinnerung haben gerade wir, die wir die Einheit Deutschlands persönlich sehr direkt erleben durften, gegenüber der Generation, die jetzt heranwächst, in die Verantwortung hineinwächst. Für die Generation unserer Kinder und Enkelkinder sind deutsche Teilung und Mauer – wir haben es gerade gehört - inzwischen nur noch eines der letzten Kapitel im Geschichtsbuch. Immer mehr junge Menschen und Jugendliche können mit den Kategorien "West" und "Ost" nicht mehr viel anfangen. Gott sei Dank! Für sie ist das geeinte Deutschland längst normal. Das zeigt, dass Deutschland wirklich zusammengewachsen ist. Das "Projekt Einheit" ist besser und schneller vorangekommen, als von vielen erwartet worden war. Und doch bleibt die Verpflichtung, an die Überwindung der Teilung zu erinnern und an die Menschen, die sie erkämpft haben. Ebenso bleibt die Verpflichtung, die Erinnerung und das Andenken an die zahlreichen Opfer wach zu halten, die den Versuch, aus der DDR zu fliehen, mit ihrem Leben bezahlt haben.
Der 3. Oktober bleibt darum ein Tag großer nationaler – und darüber hinaus sogar europäischer Bedeutung. Denn ohne die Solidarität Europas wäre damals die deutsche Einheit so nicht möglich gewesen. Und ohne ein vereintes Deutschland wäre auch der europäische Einigungsprozess der letzten zwei Jahrzehnte nicht möglich gewesen. Der 3. Oktober hält das Bewusstsein dafür wach, dass vor 21 Jahren etwas möglich geworden ist, das für Jahrzehnte als ausgeschlossen galt:
- eine friedliche Wiedervereinigung,
- eine Wiedervereinigung im großen Einvernehmen mit unseren Nachbarn,
- eine Wiedervereinigung in Freiheit und Demokratie,
- eine Wiedervereinigung nicht in einem Niemandsland zwischen verfeindeten Blöcken, sondern im Kreis freiheitlicher Demokratien.
Und wir dürfen nie vergessen, dass diese Freiheit in Frieden nicht selbstverständlich ist, sondern wir uns auch in Zukunft immer wieder für sie stark machen müssen, sie gegen Angriffe auch verteidigen müssen.
Als Wiege der westdeutschen Demokratie ist Bonn ein idealer Ort, um den Tag der Deutschen Einheit zu feiern. Es gibt noch einen Grund, heute gerade in Bonn zu sein: In dieser Stadt lässt sich an jeder Straßenecke ablesen, wie sehr die deutsche Einheit unser Land verändert hat und wie tatkräftig dieser Wandel angepackt wurde. Das zeigte sich bereits kurz nach dem 20. Juni 1991, vor gut 20 Jahren, nachdem der Bundestag den Umzug von Parlament und Teilen der Bundesregierung nach Berlin beschlossen hatte. In Bonn wurde mit Unterstützung von vielen Seiten sehr rasch damit begonnen, die alte Hauptstadt zu einer internationalen Stadt und zu einem attraktiven Wirtschafts- und Wissenschaftsstandort zu entwickeln. Heute kann man es sich ansehen: Das ist hervorragend gelungen. Weil Veränderungen nicht einfach erduldet, sondern mit großem Mut und Kraft gestaltet wurden.
Das ist übrigens typisch für unser Land. Wir in Nordrhein-Westfalen haben seit 65 Jahren Erfahrung mit tiefgreifenden Veränderungen. In diesem Land haben die Menschen große wirtschaftliche, soziale und gesellschaftliche Umbrüche bewältigt. Dieser Wandel wurde nicht von oben verordnet und von oben herab dirigiert, sondern mit den Menschen und durch den Menschen gestaltet. So ist dieses Land über die Jahre zusammengewachsen, ein Land der Vielfalt, mit sehr liebens- und lebenswerten Regionen. Aber vereint in dem Glauben und der Gewissheit, gemeinsam große Herausforderungen bewältigen zu können, und in der Entschlossenheit, niemals aufzugeben: für eine bessere Zukunft.
Ich möchte zwei Herausforderungen ansprechen, bei denen wir diese Entschlossenheit heute wieder brauchen.
Erstens: die Herausforderung der europäischen Einheit.
Und zweitens: Die Herausforderung, unser demokratisches Gemeinwesen weiter zu stärken.
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Wir erleben aktuell, wie überaus mühsam und kompliziert es ist, in Abstimmung mit unseren europäischen Partnern unsere gemeinsame Währung, den Euro, zu stabilisieren. Wir erleben, dass es immer noch nicht gelungen ist, die Auswüchse auf den Finanzmärkten ganz zu verhindern und diesen Märkten stabile Leitplanken zu geben. Solche Erfahrungen lassen die Versuchung aufleben, sich in die vermeintliche nationale Idylle zurückzuziehen und zu sagen: Lasst es uns doch lieber alleine versuchen. Es wäre ein historischer Fehler, dieser Versuchung nachzugeben! Denn es gibt diese Idylle schlicht nicht, die vorgegaukelte Wärme der guten alten Zeit, in der nationale Alleingänge möglich schienen – nein, die gibt es nicht. Die Gewichte in der Welt verschieben sich.
Neue starke Akteure haben die Weltbühne betreten, Indien, China und Brasilien beispielsweise. Darum wird selbst ein ganzer Kontinent wie Europa zunehmend Mühe haben, sich in der Welt Gehör zu verschaffen und wirtschaftlich zu reüssieren. Ein Land alleine kann das erst recht nicht, auch nicht ein starkes Land wie Deutschland. Wir können unsere Interessen in einer globalisierten Welt darum gar nicht wirksamer vertreten als im engen Schulterschluss mit unseren europäischen Freunden.
Die Antwort auf die aktuelle Krise ist daher nicht weniger, sondern mehr Europa! Herr Genscher, schön, dass Sie da sind. Ich weiß, dass Sie vor kurzem in einer Zeitung gesagt haben: "Weniger Europa bedeutet Rückschritt". Ich glaube, das stimmt. Schön, dass Sie heute bei uns sind.
Wir müssen gemeinsam handeln und die Demokratie in Europa stärken. Wir müssen den Menschen ein Europa bieten, das für Gerechtigkeit, sozialen Ausgleich und faire Chancen steht. Doch dies kommt nicht von selbst und von sich heraus, sondern dafür müssen wir gestalten und entscheiden wollen. Europa ist eine fortwährende Aufgabe.
Genauso bleibt es eine kontinuierliche Herausforderung, unser demokratisches Gemeinwesen gesellschaftlichen Veränderungen und neuen Entwicklungen anzupassen.
Wir müssen Acht geben, dass unsere Gesellschaft nicht auseinanderdriftet in einen kleinen Teil, der noch Anteil an Politik nimmt, und vielleicht auch mitgestalten will, und in eine wachsende Zahl von Bürgerinnen und Bürgern, die mit Politik nichts mehr anfangen können oder wollen.
Hannah Arendt hat einmal gesagt: "Was den Menschen zu einem politischen Wesen macht, ist seine Fähigkeit zu handeln; sie befähigt ihn, sich mit seinesgleichen zusammenzutun, gemeinsame Sache mit ihnen zu machen, sich Ziele zu setzen und Unternehmungen zuzuwenden, die ihm nie in den Sinn hätten kommen können, wäre ihm nicht diese Gabe zuteil geworden: etwas Neues zu beginnen." Wenn wir unser Gemeinwesen und unsere Demokratie lebendig und stark erhalten wollen, müssen wir in diesem Sinne unsere Bürgerinnen und Bürger stärker ermutigen, politisch mündige Menschen zu sein – und sein zu wollen. Sonst verlieren wir die Kraft, "Neues zu beginnen".
Ja, wir brauchen Mut dazu, einen zweifachen Mut: Den Mut der Politik, sich den Bür-gerinnen und Bürgern intensiver zuzuwenden. Eine stärkere Einbeziehung in politische Entscheidungen ist ein Prozess, der nicht ohne Anstrengungen und auch nicht ohne Fehl- oder Rückschläge verlaufen kann. Zu den wohl schwierigsten Aufgaben in diesem Prozess gehört es, darauf zu achten, dass wir nicht nur Partikularinteressen zum Durchbruch verhelfen, unrealistische Erwartungen schüren oder uns gar in Blockadesituationen manövrieren.
Dazu müssen wir neue Wege der Beteiligung und der Kommunikation auch in Richtung Demokratie 2.0 nutzen. Denn mit den neuen Medien, Internet und sozialen Netzwerken öffnen sich auch neue Türen des direkten Austauschs, der offenen Debatte und der vertieften Information.
Erfolgreich kann dieser Prozess nur gelingen, wenn dazu auch die Bereitschaft und der Mut der Bürgerinnen und Bürger tritt, sich auf diesen Dialog einzulassen. Was sich zum Teil als Wut auf "die da oben" artikuliert, muss in einen konstruktiven Austausch gewandelt werden. Mut statt Wut! So werden aus Betroffenen wirklich Beteiligte.
Gute Bürgerbeteiligung muss viele Voraussetzungen erfüllen. Deshalb müssen wir besonders darauf achten, dass wir gesellschaftliche Schieflagen nicht noch steigern, dass sich Beteiligungsangebote und -möglichkeiten nicht nur an diejenigen richten, die ohnehin ihre Anliegen und Interessen zu artikulieren und einzubringen wissen. Eines der ganz wichtigen Anliegen ist schließlich, dass junge Menschen schon früh mitgestalten können: in Familie – dort muss es beginnen -, in der Schule, an der Hochschule, in ihrem unmittelbaren Lebensumfeld, in der Gemeinde, aber auch auf Landes- und Bundesebene.
Um nicht falsch verstanden zu werden, möchte ich betonen: Es darf keine Abkehr vom Prinzip der repräsentativen Demokratie geben. Gewählte Volksvertretungen, demokratisch legitimierte Gremien der Entscheidungssuche und Entscheidungsfindung haben sich nicht nur in Deutschland bewährt. Wir sollten mit neuen Beteiligungsmöglichkeiten für Bürgerinnen und Bürger die Partizipation stärken, bewährte politische Verfahren ergänzen, aber wir können diese nicht ersetzen. Mit repräsentativer Demokratie hat Deutschland und hat Europa 60 Jahre Frieden und Wohlstand erlebt. Das gilt es zu bewahren. Gleichzeitig müssen wir auch nach Wegen suchen, um unsere parlamentarische Demokratie zu vitalisieren.
Wir Politikerinnen und Politikern dürfen im "Politischen Betrieb" nicht um uns selbst kreisen, nicht in Selbstbeschäftigung versinken. Wir müssen darauf achten, dass mehr von unserem Handeln tatsächlich bei den Menschen ankommt. Für sie ist es am Ende nicht entscheidend, welche politische Ebene zuständig ist, sie wollen, dass wir spürbar vorankommen. Darum müssen wir als Politiker das Denken in Schubla-den überwinden. Die Frage ist nicht, ob die EU, der Bund, die Länder oder die Gemeinden den Schwarzen Peter oder wahlweise den Trumpf in der Hand halten, sondern die Frage ist, wie wir gemeinsam dafür sorgen, dass Probleme gelöst werden. Beispielsweise müssen wir gemeinsam sicherstellen, dass wir in Deutschland kein Kind mehr zurücklassen. Dass alle, egal welcher Herkunft, gleiche Chancen haben.
Das erfordert ein Denken und Handeln, das langfristig angelegt ist, weit über eine Legislaturperiode hinaus. Wir müssen bei politischen Entscheidungen deren Wirkung über eine Spanne von Jahrzehnten im Auge haben und dürfen nicht in einem Zuständigkeitsgerangel stecken bleiben. Es erfordert ein Handeln, das sich nicht allein nach der eigenen, schnellen politischen Rendite orientiert, sondern sich darauf ausrichtet, was wir heute tun müssen, damit es unseren Kindern und Kindeskindern besser gehen wird. Das erfordert eine grundsätzliche Orientierung und eben keine Ausrichtung an der jüngsten politischen Meinungsumfrage.
Worauf es ankommt, ist eine Erneuerung, eine Vitalisierung unserer Demokratie mit Augenmaß. Sehr viel hat sich bewährt, aber manches muss und kann besser werden – auch weil sich die Gesellschaft verändert. Lassen Sie uns den Tag der Deutschen Einheit daher zum Anlass nehmen, nicht nur auf die Überwindung der Teilung zurückzublicken, sondern die Augen auch nach vorne zu richten, auf die neuen Herausforderungen, die wir in Deutschland und Europa anpacken müssen.
In diesem Sinne sollten wir den 3. Oktober nicht nur als Tag der Einheit, sondern auch als Tag der lebendigen Demokratie feiern!
Ansprache von der Präsidentin des Bundesrates und Ministerpräsidentin Hannelore Kraft beim Festakt im WCC in Bonn (03.10.2011)
Kurzes Video vom 3. Tag des Deutschlandfestes (03.10.2011)
Kurzes Video vom 2. Tag des Deutschlandfestes (02.10.2011)
Kurzes Video vom 1. Tag des Deutschlandfestes (01.10.2011)
Präsentation der NRW-Landesregierung
Weil Nordrhein-Westfalen gemeinsam mit dem Deutschlandfest der Länder seinen 65. Geburtstag feiert, ist die NRW-Präsentation im Bonner Hofgarten die größte aller Bundesländer. Der Landtag, die Staatskanzlei, alle Ministerien und weitere Landesbehörden und die Landesstiftungen zeigen hier, was in ihnen steckt:
Der nordrhein-westfälische Landtag präsentiert sich und die 181 Abgeordneten mit einem Info-Zelt, in dem die fünf im Landtag vertretenen Fraktionen Auskünfte über die parlamentarische Arbeit geben. Landtagspräsident Eckhard Uhlenberg beantwortet Fragen der Bürgerinnen und Bürger. Abgeordnete des Petitionsausschusses informieren über die Möglichkeiten, Petitionen an das Parlament zu richten. In der eigens eingerichteten "Speaker’s Corner" werden Talkrunden mit Landespolitikern zu aktuellen Themen veranstaltet.
Die Staatskanzlei Nordrhein-Westfalen informiert im eigenen Zelt im Stadtgarten über das Land Nordrhein-Westfalen. Mit dem Quiz "Erkennen Sie NRW?" können die Besucherinnen und Besucher zeigen, wie gut sie sich in Nordrhein-Westfalen auskennen. Die ausgestellten Bildercollagen der jungen Preisträgerinnen und Preisträger des Kreativwettbewerbs "Mein Nordrhein-Westfalen" zeigen ein ganz persönliches Bild unserer Heimat. Auf der Landesbühne hat die Staatskanzlei zudem ein vielfältiges und interessantes Programm organisiert.
Das Ministerium für Schule und Weiterbildung präsentiert sich unter dem Motto: "In Vielfalt gemeinsam lernen". Wie geht Individuelle Förderung? Wie funktioniert Inklusion? Die Besucherinnen und Besucher sind eingeladen, spannende Präsentationen von Bonner und Kölner Schulen zu diesen Themen zu verfolgen. Außerdem werden von einem Forscherinnenteam der Universität Bielefeld spannende naturwissenschaftliche Experimente vorgeführt.
Einblicke in einzelne Projekte sowie Antworten auf individuelle Fragestellungen bietet auch das umfangreiche multimediale Informationsangebot.
Das Finanzministerium lädt dazu ein, spielerisch Mäuse zu bewegen, beim spannenden Mäusederby. Die Bürgerinnen und Bürger können sich hier ebenfalls über Ausbildung, Studium und Berufe in der Finanzverwaltung informieren. Vor Ort berichten Steuerfahnder über ihren spannenden Berufsalltag und zeigen auf, wie man Steuerfahnder werden kann. Die Besucher des NRW-Tages erleben die Beschäftigten der Finanzverwaltung vor Ort nicht als Zahlen- und Paragrafenreiter, sondern als kommunikative und kompetente Ansprechpartner am Stand.
Das Ministerium für Wirtschaft, Energie, Bauen, Wohnen und Verkehr präsentiert auf dem NRW.Tag ein breites Themenspektrum: Besucher können auf der Innovationsmeile auf einem Fahrsimulator und Pedelecs, E-Bikes und E-Scooter testen, wie sich Elektromobilität auf vier oder auf zwei Rädern anfühlt. Wer viel mit dem Rad mobil ist, kann sich über das Radwegenetz auch unterwegs per Smartphone-App informieren. Wie lässt sich der öffentliche Verkehr in dünner besiedelten Regionen sicherstellen? Schon in 100 Städten ist der Bürgerbus eine gute Alternative. Wie sich das mit Bürgerengagement umsetzen lässt, zeigt das Verkehrsministerium. Der Landesbetrieb.Straßen in NRW präsentiert einen hoch modernen Schneepflug und Ideen für mehr Sicherheit von Motorradfahrern. Bei der Aktion "Achtung. Grab mal" machen sich Kinder auf die Suche nach Fundstücken aus der Römerzeit. Eine Zeitreise in das antike Bonn bietet die Präsentation der Rheinischen Archäologie und Bodendenkmalpflege zu Ausgrabungen, etwa zum UNESCO-Welterbe Niedergermanischer Limes. Wer sich beruflich neu orientieren will und den Sprung in die Selbstständigkeit plant, kann auf Unterstützung durch die STARTERCENTER NRW setzten. Aktionen zum Anfassen werben für den Unternehmeralltag.
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- Bonn, 02.10.2011: Minister Jäger mit dem Polizei-Mini, der Nachwuchswerbung für die Polizei NRW macht.
Das Ministerium für Inneres und Kommunales bietet auf dem Nordrhein-Westfalen-Tag einen Einblick in die Vielfalt der Ausbildungsmöglichkeiten und Berufe in seinem Geschäftsbereich. Es wird ein Bogen gespannt von den Traumberufen der Kindheit, wie Polizistin oder Feuerwehrmann, zu Tätigkeiten etwa in Informationstechnik und Vermessung. Im Fahrsimulator können Besucher eine Einsatzfahrt mit Blaulicht und Martinshorn erleben. Wie junge Menschen für Demokratie begeistert und über Extremismus und Islamismus aufgeklärt werden, zeigt der Verfassungsschutz mit seinem Comic "ANDI". Noch mehr Informationen zu Polizei und Feuerwehr finden Besucher auf der "Blaulichtmeile".
Das Ministerium für Arbeit, Integration und Soziales lockt mit vielen Attraktionen und Mitmach-Aktionen für die ganze Familie. Besucher erleben die verschiedenen Aufgabenbereiche des Arbeitsschutzes – selbst ein spezielles "Gruselkabinett" wird gezeigt. Im Zelt der Abteilung Integration warten internationale kulinarische Spezialitäten und ein Quiz zum Thema "50 Jahre Einwanderung aus der Türkei". Die Sozialabteilung bietet eine "rasante" Überraschung für die besonders aktiven Besucher.
Das Justizministerium Präsentiert sich unter dem Motto "Mit Recht in die Zukunft". Vorgestellt werden das neue Justizportal www.justiz.nrw.de mit den Ausbildungsberufen in der Justiz des Landes, innovative Internetprojekte wie etwa die Versteigerungsplattform www.justiz-auktion.de, der Online-Shop des NRW-Justizvollzuges www.knastladen.de oder www.podknast.de mit neusten Videos von jugendlichen Strafgefangenen. Daneben bieten die Bonner Justizeinrichtungen Informationen aus erster Hand und klären mit einem interaktiven Quiz über die größten Rechtsirrtümer aus dem Arbeits-, Straf- und Zivilrecht auf.
Das Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz geht der Frage nach: Was bedeutet uns der Wald? Ob als Werkstoff "Holz", als Ökosystem oder Erholungs- und Erlebnisort – die Beziehung von Mensch und Wald hat viele Facetten. Der Landesbetrieb Wald und Holz hat zu diesem Thema Mitmachaktionen für die ganze Familie organisiert. Mit dem Thema "Klimaschutz", zu dem auch die Wälder als Kohlendioxid-Speicher einen wichtigen Beitrag leisten, wird sich die EnergieAgentur.NRW präsentieren. Im Energieberatungsmobil geht es um Funktion und Vorteile moderner Technologien zur effizienteren Energie-Nutzung und zur Verwendung erneuerbarer Energiequellen. Neben dem "klimafreundlichen Autorennen" teilnehmen ist das Energie-Quiz mit attraktive Preisen ein besonderes Highlight.
Das Ministerium für Innovation, Wissenschaft und Forschung präsentiert "Wissenschaft zum Anfassen". Wissenschaftliche Erkenntnisse aus der Wahrnehmungsforschung werden mit Hilfe von Experimenten begreifbar gemacht. Es werden Sinnestäuschungen vorgestellt, die sowohl Kinder als auch Erwachsene zum Staunen bringen: Menschen erscheinen als Riesen, gerade Linien erscheinen plötzliche schräg und statische Bilder beginnen sich zu drehen. So können die Bürgerinnen und Bürger ihre Wahrnehmung "am eigenen Leib" testen und gleichzeitig mehr über die vielfältigen Studienangebote an den Hochschulen des Landes Nordrhein-Westfalen gemäß dem Motto: "Wissen schafft Chancen" erfahren.
Das Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport informiert rund um das Thema "Lebensbildung", die an den unterschiedlichsten Orten stattfindet, etwa in der Familie, in der Kita, im Familienzentrum, im Sportverein oder im Chor, in der Kinder- und Jugendarbeit, in der Offenen Ganztagsschule, im Ehrenamt und in der politischen und kulturellen Bildung. In und neben den Zelten gibt es viele kreative Spiel- und Spaßaktionen. Kinder können unter Anleitung eines Künstlers kleine Bildtafeln bemalen, die anschließend ein Gesamtwerk "Kinder malen - NRW-Tag 2011" ergeben. Spielemacher laden zum Mitspielen ein. Das Tanzhaus NRW animiert Jugendliche zum Mitmachen.
Das Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter bietet neben viel Fachinformationen und persönlichen Gesprächen für Jung und Alt Aktionen und Attraktionen. Alle Bürgerinnen und Bürger sind herzlich eingeladen, sich zu informieren oder einfach nur einen Augenblick zu verweilen. Neben der Möglichkeit sich sportlich zu betätigen und sich mit Bio-Obst zu stärken, können sich die Besucher fotografisch um 25 Jahre altern lassen – mit und ohne Auswirkungen von Nikotinsucht.
Das Ministerium für Bundesangelegenheiten, Europa und Medien wartet im Europazelt mit Aktion, Spaß und Wissenswertem zu Europa auf. Interessierte Bürgerinnen und Bürger können sich über Europa informieren oder spielerisch Ihr Wissen testen. Zu gewinnen gibt es neben vielen kleineren Preisen auch je eine Reise für zwei Personen nach Berlin und nach Brüssel. Auf der Medienbühne präsentiert sich der TV-Lernsender nrwision mit einem außergewöhnlichen Talkformat. In "Bettgeschichten" geht der Interviewer mit seinen Gästen ins Bett. Als Gäste erwartet werden auch Ministerpräsidentin Hannelore Kraft, Medienministerin Angelica Schwall-Düren, Schauspieler Jo Bausch, Fußballreporter Bela Rethy und Sängerin Suzie Kerstgens, Frontfrau der Gruppe "Klee".
Die Nordrhein-Westfalen-Stiftung arbeitet seit 25 Jahren mit großem Engagement und vielen Unterstützern dafür, die Naturschönheiten und Kulturschätze in Nordrhein-Westfalen zu erhalten. In ihrem Jubiläumsjahr zeigt die Stiftung auf der Landesmeile beispielhafte, von ihr geförderte Projekte. Der Bereich Naturschutz ist dabei von den Biologischen Stationen Rhein-Sieg und Bonn vertreten. Für den Bereich Heimat und Kultur stellen der Heimatverein Rescheid und der Förderverein Astropeiler aus Bad Münstereifel ihr Engagement vor. Ein weiteres großes Projekt der ersten Stunde ist auch mit dabei: Schloss Drachenburg, dass nach Jahren der Restaurierung seit 2010 wieder in vollem Glanz erstrahlt. Der goldene Rolls Royce des letzten Schlossbesitzers lädt zum Probesitzen ein.
Die Stiftung Wohlfahrtspflege NRW präsentiert sich als größte Sozialstiftung des Landes Nordrhein-Westfalen. Mitarbeiter der Geschäftsstelle und Vertreter des Stiftungsrates freuen sich auf das Gespräch mit den Besucherinnen und Besuchern des NRW-Tages. Sie informieren über die Förderschwerpunkte und die innovativen Projekte der Stiftung. Zu den Schwerpunkten gehören Projekte zu Gunsten von Menschen mit Behinderung und von alten Menschen. Spezialisten der Stiftung Wohlfahrtspflege beantworten Fragen zu Maßnahmen für die Integration von alten Menschen oder von Menschen mit Behinderung. Und sie berichten über die Stiftungs-Projekte zu Gunsten benachteiligter Kinder.
Übersichtskarte der Präsentation der NRW-Landesregierung (PDF, 2,4 MB) (PDF, 2,4 MB)