Ministerpräsident Jürgen Rüttgers verleiht den Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen an 20 Bürgerinnen und Bürger

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Verleihung Verdienstorden, 14.01.2010
14.01.2010, Verleihung Verdienstorden. Gruppenfoto.

Die Staatskanzlei teilt mit:

Ministerpräsident Jürgen Rüttgers hat heute (14. Januar 2010) 20 Bür­gerinnen und Bürger im Düsseldorfer Ständehaus mit dem Verdienst­orden des Landes Nordrhein-Westfalen ausgezeichnet. Der Minister­präsident dankte den ausgezeichneten Persönlichkeiten: „Sie alle haben den Mut, sich für Ihre Mitmenschen stark zu machen. Sie haben ein beeindruckendes Zeichen der Verantwortung und Solidarität gesetzt. Sie haben gezeigt, dass Sie als Starke in der Gesellschaft sehr wohl die Schwachen im Blick haben. Sie haben nicht nur Mut gezeigt, sondern auch Mut gemacht. Wir brauchen Vorbilder wie Sie. Wir brauchen des­halb auch Auszeichnungen wie die, die wir heute vergeben. Ihre Ehrung ist für uns Erinnerung daran, wie sehr wir darauf angewiesen sind, dass Menschen sich füreinander einsetzen.“

Der Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen ist im März 1986 gestiftet worden. Er wird an Bürgerinnen und Bürger aus allen Gruppen der Bevölkerung verliehen, deren außerordentliche Verdienste für die Allgemeinheit in allen Lebensbereichen erworben worden sein können. Die Zahl der Landesorden ist auf 2500 begrenzt. In den fast 24 Jahren seines Bestehens sind insgesamt 1357 Bürgerinnen und Bürger mit dem Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen ausgezeichnet worden.

Den Landesorden erhalten heute:

  • Prof. Egon Bahr, Berlin
  • Dr. h. c. Helmuth Becker, Münster
  • Horst Grosspeter, Frechen
  • Dr. Ulla Hahn, Hamburg
  • Wolfgang Hölker, Münster
  • Hajo Jahn, Wuppertal
  • Dr. Ulrike Letschert, Bielefeld
  • Antje und Dr. Rainer Lorenz, Nettetal-Breyell
  • Helge Malchow, Köln
  • Ralf Moeller, Los Angeles und Recklinghausen
  • Armin Mueller-Stahl, Sierksdorf
  • Egbert Heinrich Josef Neuhaus, Arnsberg
  • Margret Nölting, Herten
  • Dr. Bernhard Piltz, Düsseldorf
  • Christine Richerzhagen, Leverkusen
  • Pater Dr. Hermann Schalück, München
  • Professor Yasuo Tanaka, Garching
  • Professor Dr. Ing. e.h. Enno Vocke, Essen
  • Dr. Stefan Zimmermann, Köln


Rede des Ministerpräsidenten lesen
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Die Laudationes im Wortlaut:


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Verleihung Verdienstorden, 14.01.2010
14.01.2010, Verleihung Verdienstorden. Prof. Egon Bahr, Berlin.

Prof. Egon Bahr, Berlin
„Mit Realitäten umgehen, auch wenn sie einem nicht gefallen“ – nach dieser Maxime hat Professor Egon Bahr stets gehandelt. Seit über 40 Jahren setzt er sich für Frieden in Freiheit und sozialer Gerechtigkeit ein. Auf die Frage nach seinem Beruf hat Professor Egon Bahr einmal in einem Interview geantwortet: „Journalist. Das habe ich am zweitlängsten gemacht und im Übrigen: Politiker ist kein richtiger Beruf.“
Das war natürlich reinstes Understatement. Aber es sagt viel über sein Selbstverständnis: 15 Jahre lang war er als Journalist tätig gewesen, bis er vom damaligen Regierenden Bürgermeister von Berlin, Willy Brandt, in das Amt des Leiters des Presse- und Informationsamtes des Berliner Senats berufen wurde. Es war der Anfang einer steilen politischen Karriere. Politiker zu sein wurde für ihn zur Berufung. Er wurde einer der Männer, deren Namen man mit der „Bonner Republik“ verbindet.
Gemeinsam mit Willy Brandt hat er die außenpolitischen Leitgedanken entwickelt, die die Neue Ostpolitik geprägt haben. Professor Egon Bahr wurde damit zum Architekten der Ostverträge. Zur Sicherung des Friedens diente sein Konzept „Wandel durch Annäherung“. Das Viermächteabkommen, der Grundlagenvertrag und die Formel der gemeinsamen Sicherheit sind untrennbar mit seinem Namen verbunden. Seine Fähigkeit zur Geheimdiplomatie brachte ihm später den Spitznamen „Tricky Egon" ein.
Auch nachdem er 1974 endgültig aus der Bundesregierung ausgeschieden war, blieb er politisch aktiv und mischte sich in die öffentliche Debatte ein. Lange Jahre war er im Vorstand der Friedrich Ebert Stiftung, für die er sich nach wie vor engagiert.
Bis heute hält Professor Egon Bahr Gastvorträge und verfasst Artikel zu Themen, die ihm wichtig sind. 2009 gab er zusammen mit Richard von Weizsäcker, Helmut Schmidt, Hans-Dietrich Genscher eine gemeinsame Erklärung zur „Freiheit von Atomwaffe“ ab.
Nordrhein-Westfalen war immer ein europäisches Kernland. Unser Land hatte und hat wie kaum ein anderes eine Brückenfunktion zwischen West- und Osteuropa. Wir in Nordrhein-Westfalen sind Europäer aus Überzeugung, Leidenschaft und Erfahrung. Deshalb ist es uns ein besonderes Anliegen, den großen Europäer Egon Bahr, der sich im besonderen Maße um den Frieden und die Verständigung zwischen Ost und West verdient gemacht hat, mit dem Landesverdienstorden zu würdigen.


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Verleihung Verdienstorden, 14.01.2010
14.01.2010, Verleihung Verdienstorden. Dr. h. c. Helmuth Becker, Münster.

Dr. h. c. Helmuth Becker, Münster
Es gibt ja Leute, die können einfach nicht genug bekommen – nicht genug vom Engagement für andere Menschen. Dr. Helmuth Becker gehört zu diesen Menschen. Beruflich hat er es weit gebracht: Angefangen hat er als Elektroingenieur im Fernmeldewesen der Deutschen Bundespost. In Betriebsrat und Postgewerkschaft vertrat er die Interessen der Arbeitnehmer. 1964 trat er in die SPD ein, wurde Mitglied im Landes- und Parteivorstand und stieg über die Jahre auf bis zum Parlamentarischen Geschäftsführer auf Bundesebene. Anfang der 1980er Jahre war er Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für das Post- und Fernemeldewesen. Die Krönung seiner beruflichen Karriere erreichte er mit dem Amt des Vizepräsidenten des Deutschen Bundestages.
Er engagierte sich in ganz verschiedenen Feldern für sein Heimatland Nordrhein-Westfalen. Mit Nachdruck setzte er sich für die Sicherung des Bergbaustandortes Ibbenbüren ein, dazu gehörte Ende der siebziger Jahre auch die Inbetriebnahme des für Ibbenbüren so wichtigen Steinkohlekraftwerks.
Außerdem engagierte er sich erfolgreich für eine ganze Reihe Verkehrsbauprojekte in Nordrhein-Westfalen, jüngst auch für den Ausbau des Flughafens Münster/Osnabrück.
Seit dem Jahr 2000 ist er Sprecher und Mitglied des Beirates im sozialen Nachbarschaftsprojekt „Parea“. Der Name „Parea“ kommt aus dem Altgriechischen und bedeutet „Miteinander“. Das trifft es genau: Denn „Parea“ ist ein einmaliges Projekt sozialen Engagements. Es verbindet soziale Verantwortung mit den Interessen der Wohnungswirtschaft. Es bietet soziale Dienstleistungen an, fördert das soziale Engagement der Mieter und bemüht sich um eine bessere Wohn- und Lebensqualität von Mietern in Groß- und Hochhaussiedlungen. Hilfe zur Selbsthilfe ist dabei Motto und Arbeitsprinzip.
Kein Zweifel: Dr. Helmuth Becker lebt vor, dass hier bei uns in Nordrhein-Westfalen das Band der Solidarität und des Miteinanders besonders stark ist. Dafür gebührt ihm unsere besondere Anerkennung.


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Verleihung Verdienstorden, 14.01.2010
14.01.2010, Verleihung Verdienstorden. Horst Grosspeter, Frechen.

Horst Grosspeter, Frechen
Er gehört zu jenen Menschen, denen man nachsagt, nach ihrer beruflichen Karriere in den sogenannten „Unruhestand“ zu treten. Horst Grosspeter war von 1970 bis 2006 Geschäftsführender Gesellschafter der Quarzwerke GmbH in Frechen. Seine großen unternehmerischen Leistungen waren und sind hoch geschätzt und anerkannt.
Heute engagiert sich Horst Grosspeter vor allem als Stifter und Mäzen. So hat er im Jahr 2006 mit seinem Privatvermögen die C. L. Grosspeter-Stiftung mitbegründet, die sich um die Belange von Kindern und Jugendlichen und um Projekte der Bereiche Bildung, Kultur und Soziales im Rhein-Erft-Kreis kümmert. So hat zum Beispiel die Rheinische Schule für Körperbehinderte in Pulheim-Brauweiler eine Spende in Höhe von 27.000 Euro für einen Therapieraum erhalten.
Schon vor rund zehn Jahren wurde Horst Grosspeter einer der ersten Kuratoren, die mit einem großen finanziellen Beitrag die wirtschaftliche Grundlage des Freundeskreises Abtei Brauweiler e.V. sichern. Der Freundeskreis unterstützt das vielfältige kulturelle Programm und die Pflege und Ausgestaltung der Abtei. Als Beisitzer im Vereinsvorstand steht Horst Grosspeter dem Freundeskreis mit Rat und Tat zur Verfügung.
Seit 2006 gehört Horst Grosspeter außerdem dem Kuratorium des Förderkreises Brühler Schlosskonzerte e.V. an. In den Kuratoriumssitzungen hat er wesentliche Anstöße gegeben, wie die Schlosskonzerte fortgeführt, gestaltet und finanziell unterstützt werden können.
Aber Horst Grosspeter ist auch politisch aktiv: Schon seit 1975 ist er Schatzmeister der CDU Rhein-Erft. Seine beruflichen Erfahrungen ließ er in die finanzielle Führung des Kreisverbandes einfließen. So war es der CDU im Rhein-Erft-Kreis möglich, im Jahr 2008 eine eigene Parteizentrale, das „Haus der CDU“ zu bauen. Das zugehörige Grundstück hat Horst Grosspeter der Partei in Erbpacht zur Verfügung gestellt.
Das Land Nordrhein-Westfalen dankt Horst Grosspeter für sein vielfältiges Engagement.


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Verleihung Verdienstorden, 14.01.2010
14.01.2010, Verleihung Verdienstorden. Dr. Ulla Hahn, Hamburg.

Dr. Ulla Hahn, Hamburg
Die österreichische Schriftstellerin Marie von Ebner-Eschenbach hat einmal gesagt: „Der wahre Zweck eines Buches ist, den Geist hinterrücks zum eigenen Denken zu verleiten.“
Genau das tut Dr. Ulla Hahn seit vielen Jahren. Bekannt wurde sie als Lyrikerin, die mit ihren einfühlsamen, tiefgründigen Gedichten ausdrückt, was viele Menschen bewegt – und damit nicht nur einen kleinen Kreis von Literaturkritikern anspricht. Damit hat sie es wie wenige andere geschafft, in Deutschland ein breites Interesse für Poesie zu wecken.
Aber Dr. Ulla Hahn hat auch Romane geschrieben. Ganz besonders erfolgreich wurde ihr autobiographisch geprägter Roman „Das verborgene Wort“. Dort erzählt sie, die in Monheim am Rhein aufgewachsen ist, aus der Sicht des Mädchens Hilla über die Nachkriegszeit im Rheinland. Hilla flieht aus der geistigen Enge ihres Elternhauses in die Welt der Bücher. Vor kurzem wurde der Roman unter dem Titel „Teufelsbraten“ verfilmt – mit großer öffentlicher Resonanz. Und im letzten Jahr brachte sie den folgenden Band „Aufbruch“ heraus, der „Das verborgene Wort“ eindrucksvoll fortführt. Wenn man ihre Romane liest, hat man das Gefühl, mit einem scharfen Blick in eine andere Welt zu blicken, in eine Zeit, die viele Menschen in Nordrhein-Westfalen bis heute tief geprägt hat.
Deshalb: Trotz oder gerade wegen ihrer Kindheitserfahrungen hängt ihr Herz auch heute noch sehr am Rheinland. Es bleibt ihr „Sehnsuchtsort“, wie sie selber einmal sagte. Und es liegt sicher an dieser besonderen Verbundenheit, dass sich Dr. Ulla Hahn seit einiger Zeit für ein Projekt zur kulturellen Bildung in Monheim engagiert. Die Stadt hat ihr Elternhaus gekauft, um dort ein Lese- und Sprachförderzentrum für Kinder einzurichten. Dr. Ulla Hahn beweist damit, dass sie sich für eine bessere Welt nicht nur mit den Mitteln der Literatur, sondern auch mit viel sozialem Engagement vor Ort einsetzt. Dafür gebührt ihr unsere besondere Anerkennung.


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Verleihung Verdienstorden, 14.01.2010
14.01.2010, Verleihung Verdienstorden. Wolfgang Hölker, Münster.

Wolfgang Hölker, Münster
Er ist ein waschechter Münsteraner und ein erfolgreicher Verleger – und er hat ein besonderes Faible für die Denkmalpflege.
Beruflich gründete der gelernte Verlagskaufmann 1967 die Galerie 67/Steinrötter in Münster und 1975 den Verlag Wolfgang Hölker GmbH. 1977 übernahm er den Coppenrath Verlag und konzentrierte sich dort auf Kinderbücher. Die Figur des 1994 ins Leben gerufenen Hasen Felix haben den Namen der Stadt Münster international bekannt gemacht. Felix ist ein beliebter „Botschafter“ der Stadt.
Aber damit nicht genug: Wolfgang Hölker hat eine ganze Reihe denkmalpflegerischer Projekte in Münster umgesetzt: So gehen die Renovierung des „Oer’schen Hofs“, des Bürgerhauses in Münster, des Mervelder Hofs in der Stadt Horstmar und eines Fachwerkspeichers in Ascheberg auf sein privates Engagement zurück. Mit der Umnutzung des Speichers am Hafenweg 30 für sein Unternehmen wurde die Initialzündung zur heutigen Entwicklung des Stadthafens zum „Kreativ-Kai“ gelegt. Gemeinsam mit der Stadt Münster und bezuschusst vom Land hat Wolfgang Hölker die „Ausstellungshalle Zeitgenössische Kunst“ als Präsentationsort für junge und zeitgenössische Kunst etabliert. Einer der renovierten Kornspeicher beherbergt ein Atelierhaus mit 32 Ateliers, die den ansässigen Künstlern Raum für Kreativität bieten.
Ein klassizistisches Wohnhaus an der Münzstraße hat Wolfgang Hölker vor dem Verfall gerettet und eine denkmalgeschützte Feuerwache in Münsters Hafen restauriert.
Aber auch damit noch nicht genug: Auch der Reitsport in Münster hat in ihm einen langjährigen Freund und Partner. Seit den 1980er Jahren ist er im Westfälischen Reitverein e.V. für den Erfolg der Veranstaltung „Turnier der Sieger“ verantwortlich.
Zudem unterstützt er soziale und karitative Einrichtungen, z.B. das bundesweite Kinderprojekt „ARCHE“ und viele Kinder-Tafeln mit Büchern, Spielen oder Textilien.
Wir freuen uns mit der Stadt Münster über ihren großzügigen, engagierten Bürger und danken Wolfgang Hölker für seinen vorbildlichen Einsatz.


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Verleihung Verdienstorden, 14.01.2010
14.01.2010, Verleihung Verdienstorden. Hajo Jahn, Wuppertal.

Hajo Jahn, Wuppertal
Elke Lasker-Schüler hat einmal gesagt: „Der Mensch, das sonderbare Wesen: mit den Füßen im Schlamm, mit dem Kopf in den Sternen.“ Bis zu einem gewissen Grad gilt das auch für Hajo Jahn. Er ist ein hartnäckiger und zäher Zeitgenosse, der mit beiden Beinen vielleicht nicht im Schlamm, aber doch fest auf dem Boden steht. Und gleichzeitig ist er mit dem Kopf in den Sternen, denn bei allem, was er tut, geht es ihm immer um die Sache, um das, was ihm persönlich wichtig ist.
1990 hat er die Else-Lasker-Schüler-Gesellschaft initiiert und gegründet. Hajo Jahn und die zahlreichen Mitglieder – darunter viele Prominente aus Politik, Kultur und Gesellschaft – wollen nicht nur die Erinnerung an Else-Lasker-Schüler und ihr Werk wach halten. An das Schicksal der jüdischen Dichterin aus Wuppertal zu erinnern dient auch und vor allem dazu, die Erinnerung an den Holocaust wach zu halten und an die vielen Künstlerinnen und Künstler, die wie Else Lasker-Schüler von den Nationalsozialisten verfolgt, verbannt und ermordet wurden, deren Werk vernichtet wurde oder die ihr Lebenswerk nicht vollenden konnten.
In diesem Sinne hat Hajo Jahn 1994 gemeinsam mit dem P.E.N International und zahlreichen Schriftstellerinnen und Schriftstellern dazu aufgerufen, die Stiftung „Verbrannte und verbannte Dichter – für ein Zentrum der verfolgten Künste“ zu gründen.
Ziel der Stiftung ist es, ein interdisziplinäres Zentrum der verfemten Künste zu errichten, in dem nicht nur an die Künstler der beiden deutschen Diktaturen des 20. Jahrhunderts erinnert wird, sondern in dem auch zugewanderte Künstlerinnen und Künstler, die in ihrer Heimat verfolgt werden, eine Anlaufstelle finden.
Wir wünschen Hajo Jahn viel Erfolg für alle seine zukünftigen Pläne und hoffen, dass er weiterhin den Kopf in den Sternen behält.


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Verleihung Verdienstorden, 14.01.2010
14.01.2010, Verleihung Verdienstorden. Dr. Ulrike Letschert, Bielefeld

Dr. Ulrike Letschert, Bielefeld
Wir haben nur diese eine Erde. Wir müssen sie schützen, damit auch die nachfolgenden Generationen in einer lebenswerten Umwelt leben können. Das müsste eigentlich selbstverständlich sein, wird aber leider oft missachtet. Wir brauchen deshalb Menschen, die uns daran erinnern: mit Worten und Taten.
Seit vielen Jahren setzt sich Ulrike Letschert für den Schutz der Natur und Landschaft ein. Als Mitglied im Naturwissenschaftlichen Verein für Bielefeld und Umgebung nimmt sie unter anderem Stellung zu Bau-Aktivitäten in Bielefeld – eine Aufgabe, die dem Verein als anerkannter Naturschutzverband obliegt. Daneben ist sie in den unterschiedlichsten Arbeitsgemeinschaften und Arbeitsgruppen aktiv.
In der Stiftung für die Natur Ravensberg engagiert sich Ulrike Letschert für eine Vielzahl von Projekten, mit denen die natürlichen Lebensräume für Pflanzen, Tier und Mensch geschützt werden sollen. Die „Bielefelder Naturschule“, die Kindern und Jugendlichen das Thema Natur- und Umweltschutz vermittelt, ist ein solches Projekt, deren Mitbegründerin Ulrike Letschert ist.
Zusätzlich ist sie Mitbegründerin des Dachverbandes der Naturwissenschaftlichen Vereinigung Deutschlands und Mitglied des Landschaftsbeirates in Bielefeld.
Der Schutz unserer Umwelt ist kein Selbstläufer: Es kommt auf uns an, auf unsere Einstellung und unseren Einsatz. Wie das geht, macht uns Ulrike Letschert seit vielen Jahren vor. Ihr uneigennütziges Engagement in Sachen Naturschutz ist für uns alle ein Vorbild. Nordrhein-Westfalen dankt ihr für ihren großen Einsatz.


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Verleihung Verdienstorden, 14.01.2010
14.01.2010, Verleihung Verdienstorden. Antje und Dr. Rainer Lorenz, Nettetal-Breyell.

Antje und Dr. Rainer Lorenz, Nettetal-Breyell
Es gibt Menschen, die haben das Helfen zu ihrer Lebensaufgabe gemacht. Zu diesen Menschen gehört das Ehepaar Antje und Dr. Rainer Lorenz. Ehrenamtlich waren die beiden im Bereich des Sports, in der sozialen Arbeit der Jugendhilfe und der Behindertenhilfe tätig.
Vor Jahrzehnten zog das Ehepaar mit seinen fünf Kindern nach Nettetal – damals wusste die Stadt noch nicht, welchen Hauptgewinn sie damit zog! Vielfältig war und ist das Engagement des Ehepaars:
Antje Lorenz engagierte sich als Vorstandsmitglied der Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung im Kreis Viersen in den Jahren 1983 bis 1986. Im Vordergrund stand für sie die Teilhabe und Integration der Menschen mit geistiger Behinderung in unsere Gesellschaft. Sie weiß, wovon sie spricht, denn eines ihrer fünf Kinder kam mit Down-Syndrom zur Welt. Ihr ging es darum, die Lebensumstände für Menschen mit Down-Syndrom und deren Familien zu verbessern. Außerdem engagierte sie sich als Geschäftsführerin des TV Beyell. Sie gründete unzählige Sport-Gruppen: Das reichte von einer Mutter-Kind-Gruppe über eine Kinder- und Jugend-Leichtathletikgruppe bis hin zu einer Reha-Sportgruppe für ambulanten Herzsport – und auch eine Sportgruppe für Menschen mit geistiger Behinderung. 
Dr. Rainer Lorenz war von 1986 bis 2007 Vorsitzender der Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung im Kreis Viersen und gestaltet bis heute das Vereinsleben als aktives Vorstandsmitglied mit. Er sorgte für den Ausbau der Wohnangebote für Menschen mit geistiger Behinderung – für 150 Menschen. Außerdem sorgte er dafür, dass betroffene Familien entlastet werden, zum Beispiel durch Betreuung der Kinder oder Ferienangebote. Darüber hinaus war er Mitglied des Beirates des Heilpädagogischen Zentrums Krefeld – Kreis Viersen. Seit mehreren Jahren ist er aktives Mitglied im Landesbeirat der Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung.
Antje und Dr. Rainer Lorenz sind pflichtbewusste, hilfsbereite Persönlichkeiten, die nie viel Aufhebens um ihr Engagement gemacht haben. Umso wichtiger ist, dass wir sie heute mit dem Landesverdienstorden ehren.


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Verleihung Verdienstorden, 14.01.2010
14.01.2010, Verleihung Verdienstorden. Helge Malchow, Köln.

Helge Malchow, Köln
„Ein Buch ist wie ein Garten, den man in der Tasche trägt“, lautet ein arabisches Sprichwort. So gesehen könnte man Helge Malchow auch als hervorragenden Gärtner bezeichnen. Seine Leidenschaft für Literatur führte ihn von seinem Beruf als Lehrer an der Gesamtschule Odenkirchen bei Köln hin zu seinem zweiten Beruf als unbestritten erfolgreichsten Lektor und jetzigen Verleger des Kölner Verlags Kiepenheuer & Witsch.
1981 lernte Helge Malchow Dr. Reinhold Neven Du Mont kennen, als dieser auf seinen Wunsch hin im Leistungskurs Deutsch über die Rolle des Buchverlegers berichtete. Es muss Begeisterung auf den ersten Blick gewesen sein: Bald schon war Helge Malchow als Lektor für die KiWi-Paperbackreihe zuständig, der er in kurzer Zeit ein neues Profil gab.
1984 folgte ein längerer Aufenthalt in New York, der dem Verlag eine Reihe von Kontakten zu dortigen Verlegern, literarischen Agenturen, aber auch amerikanischen Autoren einbrachte. Seit 1993 ist er Cheflektor und beteiligt sich an der Konzeption, der Schwerpunktsetzung und der Einschätzung neuer Projekte. 2001 übernahm er die verlegerische Geschäftsführung. Unter seiner Regie gewann der Verlag an Beliebtheit bei den Autoren, an Anerkennung im Sortimentsbuchhandel und an Renommee in der Öffentlichkeit. 2005 wurde Helge Malchow von der Branchenpresse zum „Verleger des Jahres“ gewählt.
Das größte editorische Unternehmen des Verlegers Helge Malchow ist die Herausgabe sämtlicher Werke des Kölner Literaturnobelpreisträgers Heinrich Böll in der sogenannten „Kölner Ausgabe“.
Helge Malchow ist in der Öffentlichkeit ein anerkannter Literatur-Motivator. Mit seinem Engagement spricht er ebenso junge Leser wie junge Autoren an. Er fördert und festigt damit gleichzeitig das Image der Literaturstadt Köln. Dafür spricht ihm das Land Nordrhein-Westfalen seinen Dank aus.


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Verleihung Verdienstorden, 14.01.2010
14.01.2010, Verleihung Verdienstorden. Ralf Moeller, Los Angeles und Recklinghausen.

Ralf Moeller, Los Angeles und Recklinghausen
Die meisten Menschen kennen Ralf Moeller wohl als unbesiegbar starken Helden aus Actionfilmen und TV-Serien wie zum Beispiel „Conan: The Adventurer“. Aber gerade in den letzten Jahren hat sich Ralf Moeller auch durch sein soziales Engagement einen Namen gemacht.
Und es ist wie so häufig bei Menschen, die sich engagieren: Auch Ralf Moeller hat in seinem Leben Erfahrungen gemacht, die er an die jüngere Generation weitergeben möchte. Er stammt aus Recklinghausen und wuchs in einfachen Verhältnissen auf. Mit 17 hat er seine Leidenschaft fürs Bodybuilding entdeckt und erreichte 1986 die Weltspitze als „Mr. Universum“. 1992 begann er dann seine Karriere als Schauspieler in Hollywood. Aber Ruhm und Erfolg waren ihm nicht genug: Er wollte mehr.
Seit 2006 engagiert er sich in dem Programm „Starke Typen – stark fürs Leben“ und besucht immer wieder Schulen in sozialen Brennpunkten, darunter auch die Hauptschule, an der er früher selbst Schüler war.
Seine Botschaft an die Schülerinnen und Schüler ist: „Starke Typen sind junge Menschen, die selbstbewusst ihre Ziele verfolgen, auch wenn’s schwerfällt. Denn es ist der Glaube an Dich selbst, der Dich stark macht fürs Leben.“
Die Idee, die hinter seinem Engagement steckt: Ralf Moeller will Jugendlichen durch sein persönliches Beispiel motivieren, ihre Fähigkeiten und Talente zu entwickeln. Er will Jugendliche durch Sport wichtige Werte wie Fleiß, Disziplin, Ehrgeiz und Teamgeist vermitteln. Und: es kommt ihm darauf an, Jugendlichen eine echte Perspektive zu bieten. Deshalb bemüht er sich darum, große Unternehmen mit ins Boot zu holen, die berufsvorbereitende Angebote machen. Das gesamte Projekt ist auf Nachhaltigkeit angelegt.
Das Land dankt Ralf Moeller für sein vorbildliches Projekt „Starke Typen“.


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Verleihung Verdienstorden, 14.01.2010
14.01.2010, Verleihung Verdienstorden. Armin Mueller-Stahl, Sierksdorf.

Armin Mueller-Stahl, Sierksdorf
Vielleicht kennen Sie auch einen dieser beneidenswerten Menschen, der mit vielen Begabungen gesegnet ist. Bei dem sie sich schon mal gefragt haben: Gibt es eigentlich etwas, was er nicht kann?
Armin Mueller-Stahl ist ein solcher Mensch. Die meisten wissen, dass er ein Schauspieler ist. Aber das ist zu kurz gegriffen. Er ist auch Schriftsteller, bildender Künstler und Musiker. Nun liest man ja häufiger von Prominenten, die ihre Profession wechseln: von Models, die plötzlich Schauspielerinnen werden oder von Schauspielern, die sich als Sänger versuchen. Aber meist denkt man dann im Stillen: Das hätten sie lieber bleiben lassen. Bei Armin Mueller-Stahl ist das anders.
Er fasziniert sein Publikum seit Jahrzehnten als herausragender Schauspieler. Aber allerspätestens seit den Dreharbeiten zu den „Buddenbrooks“ wissen wir: Er ist auch ein begnadeter Maler. Er hat sich schon vor Jahren angewöhnt, in den langen Drehpausen seiner Filme Drehbücher künstlerisch zu gestalten. Bei Armin Mueller-Stahl entstanden faszinierende Kunstwerke. So entstand aus den Drehpausen der „Buddenbrooks“ eine Ausstellung, die bis vor ein paar Tagen auch hier in Düsseldorf zu sehen war. Er ist also Schauspieler und Maler, und eben noch mehr: Armin Mueller-Stahl spielt wunderbar Geige und ist seit vielen Jahren ein erfolgreicher Buchautor.
Auch wenn Armin Mueller-Stahl auf so unterschiedliche Weise künstlerisch tätig ist, so gibt es doch eine Konstante in seinem Schaffen, gleich welches Medium er nutzt. Typisch für Armin Mueller-Stahl war und ist, dass er großen Wert auf seine Unabhängigkeit legt – das war früher in der DDR so und das ist auch heute noch so. So gehörte er in der DDR Ende 1976 zu den Unterzeichnern einer Resolution gegen die Ausbürgerung von Wolf Biermann. Daraufhin wurden ihm zur Strafe zweieinhalb Jahre lang kaum noch Rollen angeboten.
Was hat Armin Mueller-Stahl darauf gesagt? „Lieber einen Knick in der Karriere als im Rückgrat". Diese Haltung zu leben, ist vorbildlich. Sie verdient die besondere Würdigung durch das Land Nordrhein-Westfalen.


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14.01.2010, Verleihung Verdienstorden. Egbert Heinrich Josef Neuhaus, Arnsberg.

Egbert Heinrich Josef Neuhaus, Arnsberg
Wirtschaftliche Freiheit braucht soziale Sicherheit, so wie soziale Sicherheit nicht ohne wirtschaftliche Freiheit auskommt. Wirtschaftspolitik und Sozialpolitik bedingen einander. Sie sind eine Einheit. Das ist die Stärke der Sozialen Marktwirtschaft.
Egbert Heinrich Josef Neuhaus lebt das vor. Für ihn ist die Soziale Marktwirtschaft Kern unseres Wirtschafts- und Gesellschaftssystems. Deshalb setzt er sich seit Mitte der 90er Jahre unermüdlich für eine Tarifpolitik ein, die sich stärker an regionalen und unternehmensspezifischen Besonderheiten orientiert. Mit Erfolg: Seit einigen Jahren konnte der von ihm geleitete Unternehmensverband eine Vielzahl von Sondertarifverträgen abschließen. Das verschaffte Unternehmen, die sich in einer wirtschaftlich schwierigen Lage befanden, Luft und sicherte Tausenden von Menschen ihren Arbeitsplatz.
Seiner Initiative ist es zudem mit zu verdanken, dass die Transfer- und Qualifizierungsgesellschaft TRAQ gegründet worden ist: ein Gemeinschaftsprojekt von Gewerkschaften, Arbeitgeberverband und Kreis. Viele Menschen wurden so von Arbeitslosigkeit verschont.
Gemeinden sind die Urzellen unserer Demokratie – gelebte, bürgernahe Demokratie. Schon deshalb verdient ihre Selbstverwaltung und damit auch die Arbeit in den Kommunen größten Respekt. Umso mehr, wenn jemand wie Egbert Heinrich Josef Neuhaus viele Jahre in der Kommunalpolitik aktiv war und sich ehrenamtlich um seine Stadt und seine Region gekümmert hat: als Vorstand der CDU-Ortsunion, als Vorsitzender des Stadtverbandes, als Kreisschatzmeister, als Mitglied der Kreistagsfraktion.
Egbert Heinrich Josef Neuhaus hat sich um die Soziale Marktwirtschaft, den sozialen Frieden unseres Gemeinwesens und das Wohl seiner Heimatgemeinde verdient gemacht. Menschen wie ihn braucht unser Land.


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Verleihung Verdienstorden, 14.01.2010
14.01.2010, Verleihung Verdienstorden. Margret Nölting, Herten.

Margret Nölting, Herten
Eine gelungene Integration setzt Vertrauen voraus, Toleranz, gegenseitiges Verstehen und auch Nachsicht. Eine gelungene Integration braucht Menschen, die es sich zur Lebensaufgabe gemacht haben, Verständnis füreinander zu wecken und benachteiligten Kindern und Jugendlichen eine Zukunft zu geben.
Margret Nölting hat sich dieser Aufgabe seit einem Vierteljahrhundert verschrieben. Beispielhaft ist vor allem ihr Einsatz in Namibia, wo sie an Schulen und in außerschulischen Bereichen Integrationsprojekte und Konzepte für ein friedliches Miteinander von Kindern unterschiedlicher Hautfarbe entwickelte.
Darüber hinaus hat sich Margret Nölting um Waisen- und Straßenkinder im Township Katutura (Windhoek) gekümmert. Zunächst geschah dies im Rahmen einer schulischen Projektarbeit der Delta School in Windhoek. Kinder eines Heims erhielten dabei in regelmäßigen Abständen vor allem Lebensmittel, Medikamente und Kleidung.
Das Thema ließ Margret Nölting nicht mehr los. Jahre später verwandelte sie deshalb ein verwahrlostes Gebäude in einen Zufluchtsort für Kinder. Als Gemeinschaftsprojekt des Evangelischen Kirchenkreises Recklinghausen und des Eine-Welt-Kreises in Herten-Disteln werden dort mittlerweile bis zu 30 Waisen- und Straßenkinder betreut und resozialisiert. Seit 2006 gilt das Haus auch offiziell als „Ort der Sicherheit“ und steht unter dem Schutz des Ministeriums. Das Haus trägt ihren Namen, ihr zu Ehren. Es heißt: „Maggie's Sunhouse“.
Margret Nölting hat sich von ihrem Ziel, Menschen zusammenzubringen, Grenzen zu überwinden und den benachteiligten Kindern in Nambia zu helfen, nie abbringen lassen. Sie hat dafür auf viel verzichtet, Rückschläge hinnehmen müssen und Widerstände überwunden: beharrlich und voller Energie. Dafür hat sie unser aller Hochachtung: Wir in Nordrhein-Westfalen sind stolz auf Margret Nölting.


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Verleihung Verdienstorden, 14.01.2010
14.01.2010, Verleihung Verdienstorden. Dr. Bernhard Piltz, Düsseldorf.

Dr. Bernhard Piltz, Düsseldorf
Dr. Bernhard Piltz ist ein durch und durch politischer Mensch. Ihm geht es darum, etwas zu bewegen. Seit 1955 ist er Mitglied der FDP. 1976 war er Gründungsvorsitzender des Ortsverbandes 3 der FDP in Düsseldorf. Seitdem war er, mit einigen Unterbrechungen, bis Ende 2006 Vorsitzender des Ortsverbandes.
Umsichtig und klug hat er sich stets für das Wohl und die Interessen der Bevölkerung eingesetzt. Unter seiner Mitwirkung wurden wichtige Projekte im Stadtbezirk umgesetzt. Beispiele sind die Tieferlegung der Rheinuferstraße oder die Hafenentwicklung zur Medienmeile.
2007 wurde er wegen seiner langjährigen Verdienste zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Auf seine wertvollen, umfangreichen Erfahrungen kann sich die FDP-Fraktion, der er als Bürgschaftsmitglied angehört, bis heute stützen.
Außerdem ist Dr. Bernhard Piltz seit 1993 als Mitglied der Hermann-Harry-Schmitz-Societät tätig, seit 2002 im Vorstand. Die Societät hat sich die unkonventionelle Förderung von Künsten, besonders der grotesken Literatur des Düsseldorfer Autors Hermann Harry Schmitz und anderer Autoren zum Ziel gesetzt. Im Uhrenturm in Düsseldorf-Grafenberg wird ein kleines Kulturmuseum betrieben.
Nicht nur in der Öffentlichkeit, sondern auch privat ist sich Dr. Bernhard Piltz unseres Respekts gewiss. Seit mehr als zehn Jahren pflegt er seine an Parkinson erkrankte Frau zu Hause. Er setzt sich auch für die deutsche Parkinson Vereinigung e. V. ein und engagiert sich bei der Gestaltungsarbeit des Leitungsteams. Außerdem unterstützt er die Vereinigung mit großzügigen Spenden. Die Interessen behinderter Menschen vertritt er im Behindertenbeirat der Stadt Düsseldorf.
Das Land Nordrhein-Westfalen dankt Dr. Bernhard Piltz für sein vorbildliches Engagement.


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Verleihung Verdienstorden, 14.01.2010
14.01.2010, Verleihung Verdienstorden. Christine Richerzhagen, Leverkusen.

Christine Richerzhagen, Leverkusen
Es gibt ja den alten Spruch von „Hans Dampf in allen Gassen“ – auf Frauen übertragen müsste es von nun an heißen: „Christine Dampf in allen Gassen“. In Leverkusen-Quettingen hat sich Christine Richerzhagen schon sehr früh gesellschaftlichen Themen gewidmet und engagierte sich im örtlichen Kindergarten, in Schule und Kirche.
1989 wurde sie Mitglied der Bezirksvertretung II der Stadt Leverkusen und vertrat dort sehr intensiv die Interessen ihres Ortsteils. In dieser Ratsperiode wurde Christine Richerzhagen 1992 zur Vorsitzenden des VdK - Ortsverbandes Lützenkirchen - Quettingen gewählt und hatte diese umfassende ehrenamtliche Aufgabe 13 Jahre lang inne. Mit der Kommunalwahl 1994 gewann Christine Richerzhagen im Wahlkreis Quettingen ein Direktmandat und zog für die CDU in den Rat der Stadt Leverkusen ein. Diesen Wahlerfolg wiederholte sie 1999, 2004 und 2009 – ein großes Kompliment für ihren vorbildlichen Einsatz.
2007 wurde Christine Richerzhagen zur Ersten Vorsitzenden des TuS 05 Quettingen e.V. gewählt. Dort kümmerte sie sich mit viel Engagement unter anderem um eine Kooperation des Sportvereins mit der Städtischen Gemeinschaftshauptschule Neucronenberg. Dadurch wird die gesundheitliche Vorsorge der Schüler verbessert, aber auch die faire Auseinandersetzung, Disziplin und Integration vermittelt. Darüber hinaus sollen die Sportler bei ihrer Berufswahl und Ausbildungssuche unterstützt werden. Vorbildlich ist auch, dass der Anteil der Sportler mit Migrationshintergrund beim TuS 05 Quettingen relativ hoch ist. So wird die Integration aktiv gefördert.
Das sind nur Schlaglichter auf die Fülle der ehrenamtlichen Tätigkeiten von Christine Richerzhagen. Es gibt nur wenige Menschen, die sich so engagiert wie sie für „ihren“ Stadtteil, die dort beheimateten Menschen, Vereine und sozialen Einrichtungen einsetzen. Sie ist sozusagen ein nordrhein-westfälisches Urgestein des Ehrenamtes. Sie mit der höchsten Auszeichnung des Landes zu würdigen, ist uns eine besondere Freude.


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Verleihung Verdienstorden, 14.01.2010
14.01.2010, Verleihung Verdienstorden. Pater Dr. Hermann Schalück, München.

Pater Dr. Hermann Schalück, München
Er hat Verantwortung übernommen: für unseren Glauben, für seinen Orden, für die Menschen. Seit einem halben Jahrhundert engagiert sich Pater Hermann Schalück im kirchlichen Bereich.
Zehn Jahre lang leitete er die nordwestdeutsche Franziskanerprovinz in Werl. Anschließend ging er als Generalsekretär des Franziskanerordens nach Rom. Er wurde Mitglied der Ordensleitung und schließlich, Anfang der 90er Jahre, Generaloberer.
Sechs Jahre lang leitete er dann den Franziskanerorden mit weltweit 19.000 Priestern und Brüdern in 90 Ländern. 1997 wurde er zum Präsidenten des Internationalen Katholischen Missionswerkes missio in Aachen ernannt.
Während dieser Zeit hat sich Pater Hermann Schalück für eine Vielzahl von ehrenamtlichen Aufgaben engagiert. So war er unter anderem Vorsitzender der „Missionszentrale der Franziskaner e. V.“, Mitglied im Vorstand der Deutschen Kommission „Justitia et Pax“, Vorsitzender des Chinazentrums St. Augustin e.V. und des Missionswissenschaftlichen Instituts missio e.V.
Pater Hermann Schalück hat über die Kirche und seinen Orden hinaus in unsere Gesellschaft hinein gewirkt: Er hat nie das Trennende betont, sondern immer das Gemeinsame. Er ist ein Mann des Ausgleichs, der Toleranz und zugleich ein liebevoller Mahner – ein tiefgläubiger Mensch, der uns viel über die spirituelle Tiefe der christlichen Botschaft vermittelt hat. Dafür hat er unser aller Respekt und Anerkennung.


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Verleihung Verdienstorden, 14.01.2010
14.01.2010, Verleihung Verdienstorden. Professor Yasuo Tanaka, Garching.

Professor Yasuo Tanaka, Garching
Professor Yasuo Tanaka ist ein Mann, der für die Wissenschaft lebt. Er ist einer der bekanntesten Astrophysiker Japans. Seine Beiträge zu Themen der modernen Astrophysik und seine Rolle als Architekt der japanischen Röntgenastronomie finden weltweit große Anerkennung.
Aber Professor Tanaka ist kein Wissenschaftler, der im Elfenbeinturm arbeitet. Seit vielen Jahren setzt er sich für die wissenschaftliche Zusammenarbeit zwischen Japan und Deutschland, ganz besonders in Nordrhein-Westfalen, ein.
Er hat das Bonner Büro der Japan Society for the Promotion of Science, der größten japanischen Forschungsförderorganisation Japans, mit aufgebaut und während seiner 13-jährigen Leitung geprägt. Sein Anliegen war es, zum gegenseitigen Verständnis und zur Stärkung des wissenschaftlichen Austauschs zwischen Japan und Deutschland beizutragen. Ganz besonders lag ihm die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses beider Länder am Herzen.
Durch seinen unermüdlichen Einsatz konnte ein verlässliches Netzwerk zwischen den japanischen und deutschen Wissenschaftsorganisationen aufgebaut werden. So unterstützte er die Gründung der Deutschen Gesellschaft der JSPS-Stipendiaten e.V. (JSPS-Club), die jährlich Symposien veranstaltet. Ebenso setzt er sich dafür ein, dass neue Austausch- und Stipendienprogramme zwischen der JSPS, dem Deutschen Akademischen Austauschdienst, der Deutschen Forschungsgemeinschaft und der Alexander von Humboldt-Stiftung initiiert wurden. Ein deutsch-japanisches Graduiertenkolleg wurde 2006 zwischen den Universitäten Münster und Nagoya eingerichtet, ebenso die „deutsch-japanischen Rundgespräche“.
Professor Yasuo Tanakas Einsatz für die wissenschaftlichen deutsch-japanischen Beziehungen kann gar nicht hoch genug eingeschätzt werden. Nordrhein-Westfalen ist ihm zu großem Dank verpflichtet.


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Verleihung Verdienstorden, 14.01.2010
14.01.2010, Verleihung Verdienstorden. Professor Dr. Ing. e.h. Enno Vocke, Essen.

Professor Dr. Ing. e.h. Enno Vocke, Essen
Unser Land braucht entschlossene Unternehmer. Sie sind unverzichtbar und für uns eine große Stütze – vor allem, wenn sie sich über ihr Tagesgeschäft hinaus in unser Gemeinwesen einmischen. Enno Vocke ist uns stets eine solche Stütze gewesen.
Als Vorsitzender des Vorstandes der Hochtief AG hat er wesentlich zum Erfolg des Unternehmens beigetragen und für den Erhalt von Arbeitsplätzen in seinem Unternehmen und in der deutschen Bauindustrie beigetragen. Doch sein unternehmerisches Wirken ist nur eine Facette seines Lebens und Tuns. Daneben hat sich Enno Vocke in sozialen und kulturellen Bereichen unserer Gesellschaft engagiert.
Als Kuratoriumsmitglied des Folkwang-Museums hat er sich für die Kultur und für ein wichtiges Kulturzentrum der Region eingesetzt. Er war im Initiativkreis Ruhrgebiet aktiv und im Landeskuratorium Nordrhein-Westfalen des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft.
Er hat die Bedeutung der Integration von Menschen mit einer Zuwanderungsgeschichte früh erkannt. Mit seinem jahrzehntelangen, ehrenamtlichen Engagement für das „Zentrum für Türkeistudien“ – zunächst als Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirates und später als Vorsitzender des Zentrums – leistete er zudem einen wichtigen Beitrag für das Zusammenleben von Türken und Deutschen. Dank seines Einsatzes sind wir heute eine offenere Gesellschaft, finden Menschen unterschiedlicher Herkunft bei uns eine neue Heimat. Unter seiner Leitung hat das Zentrum für Türkeistudien weit über Deutschland hinaus an Reputation gewonnen: Heute genießt das Institut als Nichtregierungsorganisation Konsultativstatus beim Wirtschafts- und Sozialrat der Vereinten Nationen und ist Mitglied im deutschen UNESCO-Komitee.
Enno Vocke hat sich als Unternehmer und engagierter Bürger um unser Gemeinwesen verdient gemacht. Deshalb können wir mit Stolz sagen: „Enno Vocke ist ein echter Nordrhein-Westfale“.


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Verleihung Verdienstorden, 14.01.2010
14.01.2010, Verleihung Verdienstorden. Dr. Stefan Zimmermann, Köln.

Dr. Stefan Zimmermann, Köln
Dr. Stefan Zimmermann ist nicht nur ein Vorbild für seine Berufskollegen, sondern auch ein Glücksfall für unsere Gemeinschaft: Er hat als Notar Beachtliches geleistet und sich trotz seines großen beruflichen Einsatzes die Zeit genommen, um sich um andere Menschen zu kümmern.
Als Mitbegründer und Präsident des Deutschen Notarvereins hat sich Dr. Stefan Zimmermann national wie international für den Berufsstand des Notars stark gemacht und ihn weiterentwickelt. Dabei hat er auch den Reformprozess in den osteuropäischen Staaten durch seine Mithilfe beim Aufbau eines demokratischen Rechts- und Notariatswesens unterstützt.
So vielfältig wie seine beruflichen Aktivitäten sind seine sozialen Engagements. Seit fast 20 Jahren ist Dr. Stefan Zimmermann ehrenamtliches Mitglied des Johannes Seniorendienstes. Er hat das bundesweit arbeitende gemeinnützige Werk der Altenpflege maßgeblich aufgebaut und erfolgreich weiterentwickelt. Dadurch können heute in mehr als 50 Seniorenheimen über 3.000 ältere Menschen versorgt werden. Daneben war er Vorsitzender des Präsidiums der Evangelischen Sozialdienste und Einrichtungen und engagierte sich zugleich bei der WDS-Zentral GmbH – Wirtschaftsdienste für Sozialeinrichtungen.
Seit sechs Jahren gehört Dr. Stefan Zimmermann zudem als Gründungsmitglied dem Stiftungsrat der Deutschen Stiftung für Demenzerkrankte, der Wilhelm von Lauff-Stiftung, an. Die Stiftung unterstützt vor allem demenzerkrankte Menschen mit einer Vielzahl von Hilfestellungen und Förderangeboten.
Diese Tätigkeiten sind nur ein kleiner Ausschnitt aus der breiten Spanne seines Engagements für andere. Er ist ein engagierter Bürger, der nicht nur in seiner Profession tiefe Spuren hinterlassen hat, sondern uns auch in seiner Mitmenschlichkeit ein großes Vorbild ist. Wir in Nordrhein-Westfalen danken Dr. Stefan Zimmermann für seinen unermüdlichen Einsatz zum Wohle unserer Gemeinschaft.