Weg frei für elektronischen Arztausweis

Das nordrhein-westfälische Gesundheitsministerium und die beiden Ärztekammern in Nordrhein-Westfalen haben sich mit Zustimmung der Bundesärztekammer auf ein Modell geeinigt, das ab diesem Herbst zunächst in Pilotprojekten die Herausgabe elektronischer Arztausweise regelt.

"Dies ist der Durchbruch", so Gesundheitsminister Laumann, "für die Teilhabe der Ärzte, Apotheker und aller anderen Berufsgruppen des Gesundheitswesens an der elektronischen Kommunikation im "vernetzten Gesundheitswesen" der Zukunft".

Der Präsident der bundesweit federführenden Ärztekammer Westfalen-Lippe, Prof. Flenker ergänzte, dass "die Kammern den Auftrag annehmen werden, den Ärzten mit der Herausgabe der elektronischen Arztausweise eine umfassende Serviceleistung anzubieten und sie nicht mit den neuen Verfahren und elektronischen Prozessen allein zu lassen".

Die neuen elektronischen Ausweise sind in keiner Weise mehr etwa mit dem heutigen papiergebundenen Arztausweis zu vergleichen. Vielmehr handelt es sich um hoch intelligente Instrumente ("Mini-Computer"), ohne deren zahlreiche Funktionen eine umfassende Berufsausübung in Zukunft kaum noch möglich sein wird. Ohne den elektronischen Arztausweis kann auch die elektronische Gesundheitskarte nicht genutzt werden, mit ihm kann man alle elektronischen Dokumente sicher versenden und empfangen.

Nach Beendigung der Pilotversuche in der Modellregion Bochum-Essen in diesem Jahr werden ab 2006 die Ärzte, aber auch die Zahnärzte, Apotheker und Psychotherapeuten in Nordrhein-Westfalen wie auch bundesweit einen elektronischen Ausweis bei ihrer zuständigen Kammer beantragen können. Dazu werden sie von der Kammer aufgefordert. Mit dem Antrag auf Ausgabe eines elektronischen Heilberufsausweises wird parallel auch die Aufbringung der qualifizierten elektronischen Signatur durch einen sog. Zertifizierungsdienste-Anbieter (ZDA) beantragt. Der Gesetzgeber schreibt vor, dass der elektronische Heilberufsausweis die sog. "qualifizierte" elektronische Signatur beinhalten muss. Mit ihr kann der Inhaber in Zukunft alle Dokumente rechtskräftig elektronisch signieren, so wie derzeit mit seiner Unterschrift auf Papier.

Nach Prüfung der persönlichen Angaben, der Bestätigung der Berufseigenschaft z.B. "Arzt" und der Freigabe zur Produktion durch die Kammern erstellt der vom Antragsteller ausgewählte ZDA den elektronischen Ausweis und übergibt diesen dem rechtmäßigen Inhaber.