Kabinett 15.07.2010 visual mit Blumen

Sylvia Löhrmann


Ministerin für Schule und Weiterbildung


Weiteres Bildmaterial zur Pressemeldung
Löhrmann 227 x 340

Sylvia Löhrmann hält eine Rede vor den Vereinten Nationen. Konferenzsprache Englisch. Die Delegierten aus aller Welt hören mit konzentrierten Mienen zu. Auf ihren Tischen weisen Schilder die Heimatländer aus: Afghanistan, USA oder Russland. Die Schulministerin spricht darüber, wie notwendig es für ein friedliches Miteinander sei, unterschiedliche Inte­ressen aller Beteiligten sorgfältig und sensibel abzuwägen. „Das erinnert mich an meine Arbeit als Ministerin“, lächelt sie, und die Delegierten lächeln auch.

Die Gymnasiasten, die im Dortmunder Rathaus „Model United Nations“ spielen, sich also in die Organisation der UN hineinversetzen, nehmen ihre Sache sehr ernst. In Kostümen und Anzügen sehen sie ziemlich erwachsen aus und halten Reden in fließendem Englisch. „Schon toll“, sagt Sylvia Löhrmann, als die Schülerinnen und Schüler in die Kaffeepause strömen. Es sind gute Schülerinnen und Schüler aus guten Schulen.

Sylvia Löhrmann wünscht sich gute Schulen und ein hohes Bildungsniveau für alle Schülerinnen und Schüler in Nordrhein-Westfalen. Deshalb ist die frühere Lehrerin für Englisch und Deutsch Ministerin für Schule und Weiterbildung geworden. Sie will Bildungsgerechtigkeit in NRW durchsetzen, auch durch längeres gemeinsames Lernen an Sekundar­schulen.

Man täuscht sich allerdings, wenn man die Entschiedenheit und Durchsetzungsstärke der Ministerin für ihren politischen Stil halten wollte. „Es ist besser, behutsam vorzugehen, als Menschen zu überfordern.“ Natürlich wäre es ihr am liebsten, sagt Sylvia Löhrmann und lacht, dass alle immer richtig fänden, was sie tue. Doch erstens ist das nicht die Regel. Zweitens schätzt die Grünen-Politikerin die Herausforderung zu diskutieren und mit Argumenten zu überzeugen. Und drittens führt sie gern Menschen zusammen.

Schule hat in Sylvia Löhrmanns Leben immer eine besondere Bedeutung eingenommen, schon in der Kindheit. Im Unterschied zu vielen anderen Kindern mochte sie ihre Schule, sehr sogar. Als die Familie von Essen-Bergeborbeck nach Witten umzog, setzte sie als Dreizehnjährige durch, dass sie an ihrem katholischen Mädchengymnasium bleiben durfte. Fünf Jahre lang fuhr sie vier Stunden am Tag Zug. Für die Schule und für die vertraute Umgebung, an der sie hing.

In Essen-Bergeborbeck lebt die Familie in einer Küster­wohnung in der Nähe der Zinkhütte, eine eher herbe Um­gebung. Der Vater verdient als kaufmännischer An­gestellter nicht viel, die Mutter hat ihren Beruf als technische Zeichnerin aufgegeben, um sich ganz der Familie zu widmen. Die Küsterwohnung kostet wenig Miete, und hinter der Kirche bestellt der Vater ein kleines Stück Garten. Die Zinkhütte rußt. „Je nachdem, wie der Wind stand, hatten wir schwarze Stippen auf der Wäsche.“ In Hörweite liegt das Georg-Melches-Stadion, und Sylvia Löhrmann, geboren 1957, geht mit dem älteren Bruder zu Spielen von Rot-Weiß Essen. Es ist die Zeit großer Namen wie Willi „Ente“ Lippens.

Weiteres Bildmaterial zur Pressemeldung
Sylvia Löhrmann

Die Eltern, konservativ, streng gläubig, wählen die von Nonnen geführte Schule „Beatae Mariae Virginis“ für die zwei Mädchen aus. Sie ahnen nicht, dass ihre Tochter Sylvia dort eine frühe politische Prägung erfahren wird. Der Religions­lehrer wirft im Unterricht die Frage auf, ob der Schnelle Brüter im Sinne der Schöpfung sei. „Das habe ich nie vergessen. Zum ersten Mal wurde ich mit Atomkraft konfrontiert.“ Auch der Umstand, dass Sylvia Löhrmann unter Mädchen lernt und sich ohne die Konkurrenz zu Jungen gezielt gefördert fühlt, hinterlässt politische Spuren. Sie führen später in die Frauen­bewegung.

Nach dem Abitur studiert Sylvia Löhrmann Englisch und Deutsch auf Lehramt, macht ihr Referendariat in Duisburg und wird Lehrerin an der Städtischen Gesamtschule Solingen. Dort findet sie, längst im Protest gegen Atomkraft und im Kampf für mehr Frauenrechte engagiert, schnell zu den Grünen. Und die Grünen setzen schnell große Erwartungen in die junge Lehrerin. Sie wird Ratsmitglied und Fraktionssprecherin in Solingen. 1995 zieht sie in den Landtag ein, und wieder geht alles schnell: Parlamentarische Geschäftsführerin, Fraktions­sprecherin, Fraktionsvorsitzende. 2010 dann Spitzen­kandidatin bei der Landtagswahl, ­Ministerin für Schule und Weiterbildung und Stellvertretende Minister­präsidentin.

Sylvia Löhrmann ist in Solingen heimisch geworden, auch wenn sie sich als echtes Kind des Ruhrgebiets beschreibt und von den Kathedralen der Industriekultur ebenso heftig schwärmt wie vom Theater. „Claus Peymann in Bochum – das war eine großartige Zeit.“ Die Theaterbesuche sind etwas seltener geworden, auch zum Kochen kommen Sylvia Löhrmann und ihr Lebensgefährte nicht mehr so oft wie früher. Wenn, dann aber mit Leidenschaft. „Ich kann aus allem, was gerade da ist, eine gute Nudelsauce bewerkstelligen. Mein Mann hat sich auf Salate spezialisiert.“

Den Verlust an Freizeit durch die Aufgaben als Ministerin und Stellvertretende Ministerpräsidentin wiegen für Sylvia Löhrmann die Ergebnisse auf. „Politik beinhaltet ja auch die Freude am Gelingen. Und über alle Fortschritte, die wir bei der Schulentwicklung machen, freue ich mich riesig.“

Zum Ministerium:

Ministerium für Schule und Weiterbildung des Landes Nordrhein-Westfalen, Foto: Wolfgang Meyer-Piehl

Hier geht es direkt zum Ministerium für Schule und Weiterbildung.

mehr

Werden Sie Fan

Facebook Banner für Teaser rechts

Folgen Sie der offiziellen Fanpage des nordrhein-westfälischen Landesportals NRW.de.

Zur NRW.de Facebook Fanpage

Das Kabinett stellt sich vor

Kabinett 208 x 125 neu

Lernen Sie die Mitglieder der nordrhein-westfälischen Landesregierung kennen. Was sie antreibt und persönlich ausmacht.

mehr